Downtown & New Brighton
Wow, war das heute ein Tag – solche kann es gerne öfter geben!
Was sich gestern Abend durch ein schönes Abendrot angekündigt hat, ist auch tatsächlich eingetreten, denn:
“Red sky at night shepherds delight, red sky in the morning shepherds warning.”
Die Sonne strahlte bereits heute Morgen wärmend vom Himmel. Um den Tag auch richtig auszunutzen bin ich um 11 Uhr in Richtung Unicampus gelaufen. Ich wollte noch einmal bei den verschiedenen Banken vorbei- und nach dem besten Angebot für ein Studentenkonto schauen. Ich habe mich dann schlussendlich für Westpac entschieden, weil die einem noch eine Kontoeröffnungsprämie von 40 NZD schenken.
Ausgestattet mit den notwendigen Informationen bin ich mit dem Bus in die Stadt gefahren. Als erstes habe ich mich in den diversen Outdoorläden, die alle in der Nähe des Bus Exchange sind, nach einer leichten, aber wasserdichten Regenjacke umgesehen. Danach bin ich ein bisschen durch die Straßen gebummelt und bin schließlich zur Westpac-Filiale gekommen. Ich dachte mir: reingehen – den Rest für die Kontoeröffnung erledigen – rausgehen. Nix da! Das Reingehen hat noch ganz gut funktioniert und rausgekommen bin ich auch wieder – das allerdings ohne neuseeländisches Konto. Entgegen der Infos, die ich auf dem Campus von den Westie-Pacs erhalten habe, muss ich mindestens sechs Monate in NZ studieren, um so ein Konto zu eröffnen. Somit hat jeder internationale Student, der nur ein study abroad macht, Pech gehabt. Ich probier’s aber noch mal in der Filiale in Riccarton. Vielleicht klappt’s dort ja
Danach bin ich in Richtung des Avon geschlendert und habe meine Kamera ausgepackt und mich als Tourist „geoutet“. Aber gerade bei so einem Wetter und einer solchen Kulisse fällt es schon extrem schwer, das nicht für die Ewigkeit festzuhalten.
Am frühen Nachmittag habe ich mich dann entschieden ans Meer zu fahren. Welcher Strand es werden sollte, sollte der Zufall entscheiden. Ich habe einfach den Bus genommen, der zuerst gekommen ist
So bin ich dann nach ca. 10 minütiger Busfahrt in New Brighton (einer der östlichen Stadtteile Chch’s) angekommen. Von der Bushaltestelle ist es nur ein Katzensprung zum Strand. Das auffälligste ist hier sicherlich der New Brighton Pier. Das ist ein Pier auf sieben Meter hohen Betonpfeilern, der 300 Meter weit ins Meer hinausragt. An dessen Anfang ist nicht etwa ein schickes Hotel oder Restaurant beheimatet, sondern die New Brighton Library, die öffentliche Bücherei von New Brighton.
Der Strand von New Brighton ist (bei Ebbe) sehr breit und hat sehr feinen Sand ohne viele Muscheln. Vom Pier aus bin ich dann nach Süden Richtung South New Brighton und Southshore (beides Stadtteile von Chch) losgelaufen. Der Strand zieht sich an dieser Stelle soweit beinahe unendlich weit. Das nördlichen Ende kann man definitiv nicht ausmachen und das südliche auch nur erahnen, wenn man weiß, dass am Ende des Spits, auf dem sich die beiden genannten Stadtteile befinden, der Avon und der Heathcote River ins Meer münden. Beim Blick nach Süden kann man die Banks Peninsula und den Stadtteil Sumner sehr schön sehen. In Sumner befindet sich der zweite bekannte Strand Christchurchs. Dort liegt die Bucht „Taylors Mistake“, die als Surfing Spot bekannt ist. Gleich daneben sind der Shag Rock und der Cave Rock, zu denen man bei Niedrigwasser rauslaufen und sie gut erkunden kann. Dazu kann ich aber dann sicherlich mehr erzählen, wenn ich auch tatsächlich dort war.
Zuerst bin ich auf dem Dünenweg entlang gelaufen, weil man von dort aus sowohl das Meer, als auch die Stadt und das Umland sehr gut sehen kann. Auf dem Rückweg bin ich dann aber am Meer entlang gelaufen. Die dortigen Eindrücke lassen sich, glaube ich, am besten mit den Bildern, die ich gemacht habe beschreiben.
Auf dem Rückweg nach Hause bin ich noch bei der Riccarton Mall, eine der größten der Stadt, ausgestiegen in der Hoffnung noch ein paar Sportgeschäfte und damit Alternativen zur der Regenjacke, die es in der Stadt gibt, zu finden. Die Mall besteht aber zum größten Teil aus Modegeschäften, einem riesigen Supermarkt und diversen Schnellrestaurants.
Wieder zuhause angekommen, war ich gespannt, wie groß der Abschnitt meiner Strandwanderung tatsächlich war. Nach einem Blick auf die Karte von Chch, die über meinem Schreibtisch an einer Pinnwand hängt, musste ich feststellen, dass einerseits die Karte nur den südlichen Teil des Strands abbildet und dass ich von diesem ca. 10 km langen Stück nur 2 km gelaufen bin (diese Strecke immerhin doppelt).
Am Abend hat unser RA James (ursprünglich aus Korea; wohnt aber seit 2001 in NZ) eine spontane Flatparty organisiert, zu der auch ein paar Kiwis gekommen sind. Zusammen mit dem Apartment gegenüber haben wir dann abwechselnd in deren und in unserem Wohnzimmer gesessen. Insgesamt war es ein netter und multikultureller und deshalb auch ziemlich interessanter und lustiger Abend.
