friiitz@new zealand | STUDY ABROAD IN CHRISTCHURCH / NEW ZEALAND
Auf zum “Freshers”!offizieller Kommentar zu den Bussen

CUTC Freshers Trip nach Mt Somers

Dieses Wochenende habe ich – wie am Freitag angekündigt – auf dem Freshers Trip des CUTC (Canterbury University Tramping Club) verbracht. Der Trip heißt deswegen Freshers, weil es zum einen der erste Tramp im Semester ist und zum anderen alle neuen Mitglieder, die noch „fresh“ sind, mitkommen (können).

Am Samstagmorgen um 08.00 Uhr haben wir uns auf dem Parkplatz vor der UCSA getroffen und uns in die vorher angegebenen Schwierigkeitsgruppen aufgeteilt. Dort musste dann jeder von uns noch Gemeinschaftsessen und Kochutensilien für Samstagabend in seinen Rucksack aufnehmen. Insgesamt waren bestimmt ca. 100 „Tramps“ da. Meine Medium-Gruppe bestand aus ca. 20 Leuten. Entgegen meiner Erwartung, blieben die Gruppen während des Tramps aber nicht beieinander; das war aber nicht unbedingt schlecht.

Dass die TÜV-Äquivalente in englischsprachigen Ländern bzw. Ländern, die nicht Deutschland heißen ;-) , generell etwas lockerer sind, habe ich ja schon in Canada mitbekommen. Aber dass die Neuseeländer noch krasser drauf sind, habe ich bemerkt, als unsere – ich nenne es mal – „Transportmittel“ angekommen sind. Das waren zwei Busse aus der Mitte des vergangenen Jahrhunderts, die zu einem Unternehmen namens „Twistin‘ it Party Buses“ gehören. Der eine war stilvoll in rosa gehalten und der andere lila angemalt. Dazu waren sie mit der Aufschrift „Twistin‘ the night away“ und ein paar Noten beklebt. Im Inneren stellte sich dann heraus, dass der Firmenname Programm ist. Dort wo man die Gepäckablage vermutet hätte, war wegen der Lautsprecher kein Platz für Gepäck. Dazu prangten jeweils vorne und hinten zwei Scheinwerfer, die wohl abends / nachts dazu helfen sollten die „Nacht weg zu twisten“. Wir kamen aber nicht in den Genuss, weil es taghell war, als wir „transportiert“ wurden. Das Interieur des Busses bestand aus mit Leder (sah jedenfalls so aus) bespannten Schaumstoff-Doppelsitzbänken, die mit verrosteten Rahmengestellen am Boden „befestigt“ waren. Woher will der Friiitz denn bitte wissen, dass unter dem Leder Schaumstoff war? Well, you could see it! Viele der Sitzflächen und Lehnen waren eher inside-out als lederbespannt. Die metallenen Innenrahmen der Fenster waren auch nicht mehr an deren gewohnten Platz, sondern schwangen mit jedem Schlagloch munter mit. Die Härte für alle Fans von Normen und Sicherheitsstandards war aber das Reich des Fahrers. Dort strotze es vor Schmutz und unter dem „Armaturenbrett“ hingen diverse Kabel sichtbar herunter. Dass an dem Bus überhaupt irgendetwas elektronisch geregelt wurde, hat mich sowieso erstaunt. Vielleicht waren das die Kabel für die Scheinwerfer und Blinker.

Während der Fahrt habe ich dann bemerkt, dass das einzige, was an diesem Bus einwandfrei funktioniert, die Musikanlage ist. Die Musik hat man aber leider nicht hören können, weil die Fahrgeräusche des Busses so laut waren ;-)

Übrigens: Auf die Homepage der Firma kommt man über die Adresse www.thebunnybus.co.nz. Frage in die Runde: Warum wundert es mich nicht, dass die Seite beim Versuch sie aufzurufen einen Fehler anzeigt? :-)

Unsere Rucksäcke haben wir übrigens alle in einen PKW-Anhänger gestopft, weil die Busfahrer aufgrund von früheren Ereignissen (die Klappe ging auf und die Rucksäcke fielen während der Fahrt heraus) nur acht Rucksäcke pro Bus mitnehmen wollten.

Nach ca. 2 Stunden Fahrt ist unser Konvoi an der Abzweigung zum Minor Track angekommen. Dort wurden dann alle Leute, die die Easy-Route gewählt hatten, in unseren Bus verfrachtet. Wir sind dann den schmalen, max. einspurigen Kiesweg in Begleitung eines weiteren PKWs zum Wanderparkplatz gefahren. Ich habe wirklich gedacht, der Bus macht’s nimmer lange…

Dass ich mit der Beschreibung der Busse nicht übertreibe hat man dann an ebendiesem Parkplatz sehr schön sehen können. Vor uns war nämlich ein kleinerer Bus mit Anhänger (beide wunderbar intakt) geparkt. Dessen Mitfahrer standen bei unserer Ankunft ungläubig und mit offenen Mündern da und waren sprachlos.

Danach sind wir zu unserem Startpunkt – den Sharplin Falls – gefahren. Die Busfahrer hatten aber keine Lust mehr ganz bis zum Parkplatz zu fahren; deshalb mussten wir den restlichen Weg bis zum eigentlichen Start laufen. Dort haben wir uns noch kurz gestärkt und sind um 12.00 Uhr aufgebrochen.

Wie man auf der Wanderkarte sehen kann, habe ich den Weg, den ich gelaufen bin, eingezeichnet. Der rote Teil steht für den ersten Tag (Samstag), der grüne für den Rückweg am Sonntag.

Sharplin Falls > Pinnacles Hut > Woolshed Creek Hut > Miners Track Shelter

Meine Gruppe hat sich aber schon zu Beginn aufgeteilt und mit anderen vermischt. Gleich zu Beginn ging es nämlich mit einem sehr – wirklich sehr – steilen Pfad los, auf den Gipfel des bewaldeten Duke Knob (739m) führte. Je nach Fitness gab es ganz schnelle, mittelschnelle (zu denen ich gehörte) und langsame „Tramps“. Als alle angekommen sind, haben wir ausgemacht, dass wir uns bei der Pinnacles Hut sammeln, um dann die zweite Hälfte der Wanderung zu machen. Nach einer Foto- und Trinkpause auf dem sehr schmalen Gipfel, ging es dann wieder auf der anderen Seite des Berges abwärts bis zum Bowyers Stream (ca. 660m üNN). Diesem Gebirgsbach sind wir dann einige Zeit stromaufwärts gefolgt. Hier ging es die ganze Zeit bergauf und wieder bergab, weil der Pfad sich durch dichte Vegetation geschlängelt hat. Schließlich bog dann der Trail nach der Überquerung des Bowyer Streams nach link (bzw. nach Südwesten) ab und wand sich hoch zur Pinnacles Hut, die sich auf ca. 960 Höhenmetern befindet. Gerade gegen Ende dieses Abschnittes hat sich bei mir dann doch deutlich gezeigt, dass ich so eine Art von Wandern (mit vollbepacktem Rucksack) einfach nicht gewohnt bin. Dennoch habe ich die Pinnacles Hut sicher, wenn auch mit vielen kleinen Pausen, gegen 15.00 Uhr erreicht. Verglichen mit der Beschilderung war ich aber immerhin noch 30 Minuten schneller, als angegeben. Das hat mich dann schon ziemlich gewundert.

Die Pinnacles Hut heißt deshalb so, weil sich oberhalb der Hütte mehrere Gesteinsformationen, die Pinnacles genannt werden, befinden. Das sind, wie man auf den Bildern auch erkennen kann, sich nach oben verjüngende Gesteinssäulen. Die sind übrigens auch auf der Wanderkarte eingezeichnet.

Nach einer halbstündigen Pause und Stärkung mit Wurst, Käse, Brot, Nüssen und Gebirgswasser habe ich mich dann zum nächsten 2,5 Stunden langen Abschnitt aufgemacht. Leider war die Sicht am Samstag nicht so schön; aber die tiefen Wolken und das gedämpfte Licht verwandelte die Bergwelt in eine besondere Stimmung. Besonders im zweiten Abschnitt, der über die nördlichen Ausläufer von Mt Somers (1688m) verlief, hatte man öfter das Gefühl, in Szenen aus den „Herr der Ringe“-Filmen versetzt zu sein.

Der Pfad schlängelte sich bis auf knapp 1200m nach oben. In weiser Voraussicht habe ich bei der Pinnacles Hut meine Kniebandage an das linke Knie angelegt. Gerade der Abstieg zum Nachtlager, der  Woolshed Creek Hut (800m üNN) am Woolshed Stream, hatte es belastungsmäßig in sich. Ohne die Bandagen wäre ich wohl aufgeschmissen gewesen.

Nach ziemlich genau 2,5 Stunden bin ich dann um 18.00 Uhr bei der Hütte angekommen. Der Zeltplatz befand sich auf der Wiese gegenüber der Hütte. Der Woolshed Stream trennte die beiden Örtlichkeiten voneinander. Auf der Wiese hatten diejenigen, die schon vor mir angekommen sind, schon ihre Zelte aufgebaut. Ich habe mein Zelt mit Adrian (Vancouver, Canada) hälftig geteilt, dass jeder nur einen Teil des Gewichts tragen muss. Adrian hat die Medium-Hard-Route über den Gipfel von Mt Somers gemacht und kam ca. 30 Minuten später an. In der Zwischenzeit habe ich mich an der Hütte ausgeruht und den Crewmitgliedern des CUTC bei den Vorbereitungen zur Zubereitung des 3-Gänge-Menüs zugesehen.

Das Zelt war schnell aufgebaut und wir haben unsere Schlafsäcke und Isomatten ausgepackt. Der Rucksack musste draußen bleiben, weil das Zelt mit zwei Erwachsenen schon sehr voll war. Anders gesagt, es war kuschelig ;-) Als ich meine selbstaufblasende Isomatte ausgepackt habe, war ich ziemlich erstaunt, dass das, was da vor mir lag, alles sein sollte. Die Isomatte ist nämlich nur 120cm lang. Ich habe dann bei Alexis (USA), die zufällig zur gleichen Zeit im selben Laden war und sich auch eine gekauft hatte, nachgefragt, ob ihre auch so kurz sei. Wir gehen im Laufe der Woche in das Geschäft und geben sie zurück bzw. tauschen sie um. Das Komische an der Sache ist, dass uns der Verkäufer die Isomatte vorher noch gezeigt hat; und diese war mindestens 170 lang. Mal sehen, was dabei herauskommt.

Die CUTC-Crew hat in der Zwischenzeit begonnen den ersten Gang zu kochen: Couscous mit Knoblauch und Kräutern. Leider war der Topf schon ziemlich leer, als ich an der Reihe war. Bei der zweiten Ladung gab es dann aber mehr. Während wir auf den zweiten Gang gewartet haben, ging langsam die Sonne unter und die letzten Wanderer kamen im Camp an. Weil zwei Packungen Couscous noch auf dem schwierigen Weg unterwegs waren, haben sie mit Reis weitergemacht. Das war keine gute Idee. Die zwei Campingkocher brachten einfach die Leistung, die notwendig gewesen wäre, um die riesigen Töpfe in angemessener Zeit zu erhitzen. Der Nachtisch ging allerdings etwas schneller. Deshalb habe ich – und ein paar andere – diesen in der Zwischenzeit verputzt. Das waren gekochte Äpfel mit einem Zucker-Rosinen-Gemisch und einer weißen Creme. Mit der Sonne ging auch die Wärme des Tages. Nachdem ich mich dementsprechend gekleidet und noch weiter auf den dritten Gang gewartet habe, gab es schließlich doch noch etwas warmen Reis mit Tomatensoße, Knoblauch und diversen anderen Sachen, die ich in der Dunkelheit aber nicht mehr gesehen habe.

Nach dem Abwasch im Woolshed Creek, saßen wir noch einige Zeit draußen und haben Karten gespielt. Gegen 23.00 Uhr sind wir dann alle schlafen gegangen.

Am nächsten Morgen bin ich gegen halb neun aufgestanden und habe mir mein Frühstück gemacht. Eigentlich stand in den Infos zum Trip, dass für uns heißes Wasser zur Verfügung steht. Die schien aber nicht der Fall gewesen zu sein. Für mich gab es dann Müsli mit kalter Milch (kaltes Wasser + Milchpulver). Das war deshalb nicht so tragisch, weil der Tag schon mit strahlender Sonne begann.

Nach dem Abwasch und der Morgenhygiene war wieder Rucksackpacken angesagt. Das Zelt haben Adrian und ich zum gegenüberliegenden Hang zum Trocken (vom Kondenswasser) gebracht.

Für den Rückweg gab es wieder mehrere Varianten, aus denen wir auswählen konnten:

  • easy-easy
  • easy-medium
  • medium

Leider hat sich mein Knie wegen der kurzen Isomatte über Nacht nicht ganz so gut erholen können. Deswegen habe ich mich gedanklich schon für den easy-easy-Weg entschieden. Dann habe ich aber noch einmal nachgefragt, wie denn der easy-medium Weg verläuft und mich dann (zum Glück) doch für diesen entschieden. Der easy-easy-Weg wäre einfach viel zu langweilig gewesen.

Auch der Rückweg hatte einen Aufstieg gleich zu Beginn. Der war aber längst nicht so schwer, wie der am Samstag. Dazu schien auch noch die Sonne schön warm auf einen herunter ;-) Und solange ich bergauf gehen konnte, hatte ich auch keine Probleme. Das ging natürlich nicht die ganze Zeit so weiter, weil der Parkplatz, von dem es wieder heim ging, im Tal lag. Aber so konnte ich mich schon gut „warmwandern“. Von dort oben (ca. 900m) hatte man auch eine wunderschöne Aussicht. Ungefähr nach der Hälfte der Wegstrecke mündete der Mt Somers Track in den Miners Track. In den späten 1850er Jahren wurde im westlichen Mt Somers-Gebiet Kohle entdeckt. Daraufhin wurde um das Jahr 1860 der sogenannte Miners Track ausgebaut, um die Kohle vom Berg ins Tal transportieren zu können. Heute sind die Minen stillgelegt; der Pfad dient aber noch immer als Wanderweg. Ab der Mine führt der Weg relativ steil (ca. 300 Höhenmeter abwärts) in Richtung Tal, durch das der Woolshed Creek fließt.

Dort mussten wir den Bachlauf überqueren, um auf die Seite zu gelangen, auf der sich er Parkplatz befand. Zum Glück hat es schon seit längerem nicht mehr geregnet, sodass wir alle trocken geblieben sind.

Das letzte Stück führte wieder durch Birkenwald (Beech Trees). Das besondere an diesen Birken war aber, dass die Stämme rabenschwarz sind. Das kommt aber nicht von einem Waldbrand, sondern von schwarzen Pilzen, die die Stämme von unten bis oben bewuchern. Ganz am Ende musste man den Woolshed Creek noch einmal – ganz komfortabel über eine Holzbrücke – überqueren.

Am Parkplatz angekommen, hat die Crew schon mit dem Barbecue begonnen. Den Gasgrill haben sie natürlich im Auto gelassen. Es gab wieder die bereits bekannten neuseeländischen „Würstchen“ im butterbestrichenen Schlabberbrot, garniert mit Zwiebeln und Ketchup.

Bis die Busse um halb 4 kamen, hatten wir noch gute drei Stunden Zeit. Die haben wir damit verbracht, uns in der Sonne zu grillen, uns auszuruhen und die Füße im eisigkalten Woolshed Creek abzukühlen.

Die Heimfahrt war ähnlich wie die Hinfahrt – was hätte sich an den Bussen auch ändern sollen ;-) Der (letzte) Brüller kam aber noch an der letzten Kreuzung in Chch vor der Uni. Der Busfahrer hatte wohl die Kurve beim Abbiegen etwas zu eng genommen. Das resultierte dann darin, dass der Bus ein an einer Ampel angebrachtes Schild vollkommen demoliert hat. Entweder hat der Fahrer das aber nicht mitbekommen oder er hat sich einfach nicht darum gekümmert. Am Bus selbst kann ja auch nichts mehr kaputt gehen!

Wieder am UCSA-Parkplatz angekommen, hat sich jeder seinen Rucksack geschnappt und ist nach Hause gegangen.

Insgesamt war mein erster Tramp in Neuseeland sehr schön, aber auch ziemlich anstrengend. Die Investitionen in meine Ausrüstung haben sich auf jeden Fall bezahlt gemacht.

Mal sehen, wo mich die nächsten Wanderungen hinführen. Ihr könnt euch jetzt aber erst einmal die Bilder anschauen.

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