friiitz@new zealand | STUDY ABROAD IN CHRISTCHURCH / NEW ZEALAND
Nachtrag Tag 3: Intermezzo mit der neuseeländischen PolizeiTag 6: Slab Hut Creek – Reefton – Westport – Pancake Rocks – Greymouth – Hokitika – Hans Bay

Tag 5: Awaroa Hut – Totaranui – Marahau – Motueka – (Lyell) – Slab Hut Creek

Früh morgens – draußen ist es noch stockdunkel – klingelt der Handywecker. Doch vor halb sieben konnten wir uns nicht aus den Schlafsäcken in die morgendliche Kälte in der Hütte bequemen. Weil die Ebbe dann aber schon ihren niedrigsten Stand erreicht hatte, mussten wir uns mit Morgenhygiene und Frühstück etwas beeilen. Trotzdem fiel es im üblichen Umfang aus – zumindest das Frühstück :)

Gegen sieben haben wir mit Sack und Pack Awaroa Hut bei langsam aufgehender Sonne verlassen. Weil es am Vorabend schon so dunkel war, sahen wir die Umgebung jetzt zum ersten Mal. Die Hütte liegt direkt an einer Bucht mit dem passenden Namen „Awaroa Inlet“, in die ein kleiner Fluss mündet. Je nach Tide ist die Bucht vollständig mit Wasser gefüllt oder beinahe eine trockene Sandfläche, die nur von zwei Flussarmen durchschnitten wird. Die anderen Deutschen kamen am Vorabend klitschnass in der Hütte an. Sie hatten die Bucht bei hoher Tide in voller Montur gequert.

Beim ersten Flussarm habe wir die Wanderschuhe ausgezogen und gegen Jandals (zumindest ich – Mik ist barfuß weitergegangen) getauscht. Das Wasser war EISig kalt. Die Flipflops schützten zwar vor Verletzungen durch Muscheln, aber sie blieben bei jedem Tritt im Schlick stecken. Das machte das Fortkommen nicht gerade leicht. In gut zwanzig Minuten haben wir die Mündung sicher gequert. Am anderen Ende der Bucht markierte ein gigantisches orangenes Dreieck den weiteren Weg auf dem Festland.

Nachdem unsere Füße entsandet und getrocknet waren, sind wir dem Track weiter nach Norden in Richtung Totaranui gefolgt. Obwohl wir nur eine gute Stunde bis zum Ziel unterwegs waren, war dieser Teil wieder einzigartig schön. In der warmen Morgensonne bei strahlend blauem Himmel liefen wir über den feinsandigen und beinahe orangenen Strand von Goat Bay und hatten einen traumhaften Blick von Skinner’s Point über den langgezogenen Totaranui Beach. Neben dem von Sandflies belagerten ist ein riesiger Campingplatz, der erkennen lässt, dass dort im Sommer wohl die Hölle los sein muss. Zu dieser Jahreszeit waren wir aber die einzigen Wandergäste. Wie wir schon zuvor bemerkt haben, ist wohl die Nord-Süd-Route die populärste Variante.

Wir sind zuerst an den Strand gegangen und haben uns ein zweites Frühstück mit Tee gemacht. Danach haben wir die Umgebung nach weiteren Trampingmöglichkeiten abgesucht, weil wir bis zur Abfahrt des Wassertaxis zurück nach Marahau um 2:45pm noch mehrere Stunden Zeit hatten. Wir fanden einen kleinen Rundweg, der vom Strand aus durch dichten Regenwald und über eine tidenabhängige Bachmündung wieder zurück nach Totaranui führte. Am letzten Teilstück hätten wir uns fast zu viel Zeit gelassen: zu unserer Überraschung kam die Flut doch bedeutend schneller, als wir dachten :) Trotzdem haben wir es noch trockenen Fußes zurück an den Strand geschafft. Dort wollten wir es noch einmal mit den Sandflies aufnehmen, nach einer guten halben Stunde mussten wir aber aufgeben, weil wir sonst regelrecht aufgefressen worden wären. Anstatt am Strand haben wir uns dann vor dem Haus der DOC-Campingleitung auf Bänke gesetzt. Leider standen die die meiste Zeit in der prallen Sonne, sodass es nach einer Stunde ziemlich heiß geworden war. Bevor wir wieder an den Strand gegangen sind, um auf das Wassertaxi zu warten, haben wir uns noch alle Wasserbehälter mit Trinkwasser aufgefüllt, weil das Wasser sehr lecker geschmeckt hat. Das Totaranuiwasser war mit Abstand das beste Trinkwasser des gesamten Trips!

Das Wassertaxi kam pünktlich um viertel vor 3 in Totaranui am Strand an. Mit einem Zwischenhalt in einer Bucht, in der der Steuermann (oder Taxifahrer) zwei Kajaker mitsamt Gepäck aufgenommen hat, waren wir nach einer guten halben Stunde wieder in Marahau. Dort wurde das Boot mit den Insassen auf einen Anhänger geladen und mit einem Traktor zu einem Kajakverleih gebracht. Von dort aus mussten wir noch ein kleines Stück bis zu dem Parkplatz laufen, an dem wir den Beer-Van geparkt hatten. Und er stand auch noch so da, wie wir ihn drei Tage zu vor verlassen hatten.

Nachdem wir unsere Sachen verstaut hatten (ich musste meinen Rucksack komplett entleeren, weil der ja geliehen war), sind wir zurück nach Motueka gefahren. Dort haben wir den Rucksack zurückgegeben, in einem Internetcafé mit der Außenwelt in USA und Deutschland Kontakt aufgenommen, die Stadt erkundet und bei New World Essen eingekauft. Schließlich sind wir wieder in den Van gestiegen und haben uns auf den Weg in Richtung Süden zum nächsten Campingplatz in der Nähe eines kleinen Dorfs namens Lyell gemacht.

Es war schon später am Abend und dunkel draußen, als wir die Abzweigung zum DOC-Campingplatz in Lyell erreichten. Dort war eine große Baustelle und die Zufahrt zu Lyell war komplett ausgebaggert und demnach gesperrt. Auf der DOC-Website war aber kein Hinweis dazu zu finden. Das hat uns so geärgert, dass wir schon beinahe froh waren in Lewis Pass vergessen hatten für die Übernachtung zu zahlen. Wir mussten also notgedrungen zum nächsten Campground fahren, der noch eine weitere Stunde südlich aber etwas abseits von der optimalen Route lag. Geschafft und müde erreichten wir spät abends Slab Hut Creek (ca. 10km nach Reefton), wo wir wieder einmal die einzigen Gäste waren. Nach einem langen Tag aber schönen und erlebnisreichen Tag sind wir schnell eingeschlafen.

Nach 839 Wörtern Text, gibt es hier die Bilder.

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