friiitz@new zealand | STUDY ABROAD IN CHRISTCHURCH / NEW ZEALAND
Tag 5: Awaroa Hut – Totaranui – Marahau – Motueka – (Lyell) – Slab Hut CreekTag 7: Hans Bay – Hokitika – Franz Josef Glacier – Fox Glacier – Gillespies Beach

Tag 6: Slab Hut Creek – Reefton – Westport – Pancake Rocks – Greymouth – Hokitika – Hans Bay

Als wir am nächsten Morgen aufwachten, konnten wir sehen, wo wir am Vorabend angekommen sind. Der Campground lag mitten auf einer größeren Lichtung im Wald und direkt daneben floss ein kleiner Bach, der wohl Slab Hut Creek heißen musste. Von der Slab Hut war allerdings nichts zu sehen. Während ich (noch) nicht raus in die Kälte wollte, hatte Mik sich für einen Morgenlauf entschieden. Das „noch“ hielt allerdings nicht sehr lange, weil wir nach dem dreitägigen Wandertrip im Abel Tasman Nationalpark dringend eine Grundreinigung brauchten :) Das Problem: Es gibt keine Duschen in der Wildnis. Aber solange mitten auf dem Campingplatz ein einzelner Wasserhahn in Hüfthöhe an einem Pflock befestigt ist und beim Aufdrehen eisiges Wasser herauskommt, muss das eben dann als Dusche herhalten! Zum Glück – für mich – brachen gegen Ende der Säuberungsaktion die ersten Sonnenstrahlen des Vormittags durch den Hochnebel. Egal wie kalt die ganze Angelegenheit auch gewesen ist, wir fühlten uns sauber und bereit für den nächsten Abschnitt der Südinsel-Tour.

Zuerst mussten wir wieder gute 10 Kilometer zurück nach Reefton fahren, wo wir vollgetankt haben. Von dort aus ging es weiter in Richtung Norden – ja, das ist richtig und Lyell ist schuld! – nach Westport. Dort sind wir allerdings nicht in die Stadt gefahren, sondern davor links nach Süden abgebogen. Sieht nach einem großen Umweg aus – stimmt auch, aber in unseren Reiseführern stand, dass er sich wegen der grandiosen Landschaft auf jeden Fall lohnen würde. Die Bücher sollten Recht behalten. Auf dem Weg nach Greymouth beschlossen wir spontan einen Zwischenstopp an der Küste zu machen und zu einer Seehundkolonie zu laufen. Der Pfad dorthin führte an einem Leuchtturm, hügeligen Schafsweiden und Pferdekoppeln vorbei und direkt an der Steilküste entlang, gegen die die hohen Wellen der Tasmanischen See krachten. Dazu war der Himmel wieder strahlend blau und die Sonne schien wärmend auf uns herab. Bis zu den Seehunden brauchten wir eine gute halbe Stunde. Dort angekommen merkten wir auch, dass es wohl noch einen näher gelegenen Parkplatz geben musste, denn dort tummelten sich die Touris. Wie sie, aber weiter unten am Wasser, tummelten sich entweder sich faul die Sonne auf den Bach scheinen lassend, auf den Felsen kämpfend oder in der Brandung spielend auch die Seehunde.

Wieder zurück im Auto sind wir weiter nach Süden zum nächsten Touristenmagnet – den Pancake Rocks – gefahren. Dort in Punakaiki ist alles auf diese sonderbaren Gesteinsformationen ausgelegt. Zur Attraktion selbst kommt man durch ein großes steinernes Tor, die Laufrichtung dorthin ist vorgeschrieben und die Wege selbst sind asphaltiert, dass auch jedes asiatische Mädel in Highheels (live erlebt) bis vor an die Steilküste kommt. Andererseits verstehe ich auch das Argument, dass die Wege vielleicht für Rollstuhlfahrer und Kinderwägen so gut befestigt sind. Trotzdem hat – meiner Meinung nach – dieser Ort dadurch seinen Charme verloren. Nicht, dass ich wüsste, wie es vorher aussah. Aber ich weiß, wie es an vergleichbaren Orten in NZ ist. Kurz gesagt: so beeindruckend fand ich die Pancake Rocks jetzt nicht gerade – und das lag ganz bestimmt nicht an den immer wieder herunterkommenden kurzen Regenschauern. Mich hat vielmehr der Blick nach Westen aufs offene Meer mit dem beginnenden Sonnenuntergang beeindruckt.

Mit schwindendem Tageslicht haben wir unsere Fahrt nach Süden fortgesetzt und sind über Greymouth nach Hokitika weitergefahren. In Hokitika waren wir beide zuvor schon, als wir mit dem Tramping Club den verregneten Trip zu den Welcome Flats gemacht haben. An diesem Abend sind wir jedoch nicht nach „Downtown“ Hokitika, sondern schon davor im Ort links in Richtung Arthurstown abgebogen. Das Ziel für diese Nacht sollte Hans Bay am Lake Kaniere sein. Doch in der Siedlung Kaniere haben wir erst einmal den Wegweiser zum See übersehen und sind kilometerweit an ihm vorbeigefahren. Wieder in Kaniere angelangt, bemerkten wir die Abzweigung und fuhren zum Lake Kaniere. Die Fahrt dorthin war ziemlich düster, weil die Straße sich durch sehr dichten West Coast-Wald führte. Am Lake Kaniere wurden wir ziemlich davon überrascht, dass Ferienhäuser das Ufer säumten. Der See muss wohl im Sommer ein beliebtes Ausflugsziel und so etwas wie ein Naherholungsgebiet sein. Dementsprechend groß ist auch der Campingplatz. Er zieht sich etwas den Hang hoch und besteht so aus mehreren Ebenen. Nach einer kleinen Erkundungstour mit dem Allradvan, wussten wir, dass wir wieder einmal die einzigen Übernachtungsgäste waren. Nach einem kleinen Abendessen und der obligatorischen Suche nach sanitären Einrichtungen, die in Hans Bay fast schon als luxuriös zu bezeichnen sind, sind wir schlafen gegangen.

Hier gibt’s die Bilder zum Tag.

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