Tag 8: Gillespies Beach – Lake Matheson – Haast – Haast Pass – Cameron Flat
Am nächsten Morgen wurden wir mit strahlendem Sonnenschein und tiefblauem Himmel empfangen. Direkt vom Camping-Parkplatz an Gillespies Beach hatte man freien Blick auf die verschneiten und vergletscherten Southern Alps. Die morgendlichen Temperaturen am Strand waren aber alles andere als winterlich. Nach dem Frühstück haben wir die Sonne genutzt und den Van ordentlich durchgelüftet und gesäubert. Alles, was der Trockner in Hokitika nicht ganz trocken bekommen hat, wurde an allen nur erdenklichen Stellen im und um den Van aufgehängt und von der warmen Meeresbriese getrocknet. Wozu so ein Schiebedach alles gut sein kann
Bevor wir uns wieder auf die Weiterreise gemacht haben, sind wir noch ein Stück den Strand entlang gelaufen. Von dort aus hatte man einen noch grandioseren Blick auf die Berge. Dort konnte man sich wirklich vorstellen, dass es ohne Weiteres möglich ist vormittags Skizufahren und sich nachmittags am Strand zu sonnen – auch mitten im Winter.
Leider konnte nur ich diesen schönen Blick wirklich genießen, denn Mik ging es auf einmal nicht so gut. Nach einer Weile war es dann zwar wieder besser, aber dass das erst der Anfang allen Übels war, hatte keiner von uns gedacht.
Als wir wieder alles im Auto verstaut hatten, sind wir über die kurvige Straße zurück nach Fox Glacier auf die Hauptstraße gefahren. Vorher haben wir allerdings noch an Lake Matheson Halt gemacht. Dieser See ist für seine tollen Spiegelungen der dahinterliegenden Bergwelt regelrecht berühmt. Der Abstecher hat sich auf jeden Fall gelohnt, weil die Spiegelungen im Wasser wirklich toll aussahen. Außerdem konnten wir uns vor der langen Fahrt, die uns an diesem Tag bevorstand, noch ein wenig die Füße vertreten.
Weil Mik immer noch ein wenig schummrig war, habe ich für den restlichen Tag das Fahren übernommen. Das war auch gut so, weil dieser Abschnitt unserer Reise für sie (und für mich auch) derjenige geworden ist, an den wir uns am wenigsten gerne zurückerinnern möchten. Nach mehreren übelkeitsbedingten und sehr kurzfristigen Nothalten haben wir es bis kurz vor Haast geschafft. Kurz vor Sonnenuntergang haben wir noch einen kurzen Zwischenstopp am Haast River gemacht. Von dort aus ging es dann weiter in die Berge über den Haast Pass, der über die Southern Alps auf die andere Seite nach Wanaka führt. Ganz soweit sind wir aber nicht mehr gefahren. Um Miks Gesundheit zu schonen und um meine Wachsamkeit nicht zu überstrapazieren, haben wir eine gute Dreiviertelstunde nach Haast für die Nacht den Campground „Cameron Flat“ angesteuert. Das letzte Straßenstück hatte es – selbst für vollkommen gesunde Menschen – wirklich in sich. Die Straße wand sich in einer engen Kurve nach der anderen den Pass hinauf. Dazu kam noch, dass die Sonne bereits untergegangen war und wir schon gute 200km hinter uns hatten.
In Cameron Flat haben wir uns einen strategisch guten Parkplatz für die Nacht gesucht (möglichst weit weg von der Straße und möglichst nah an den sanitären Einrichtungen:) ) und haben uns dann zügig im Van verkrochen. Die abendlichen Temperaturen auf der Passhöhe waren schon deutlich winterlicher, als die morgendlichen am Strand. Klimatisch gesehen hat man an diesem Tag wieder einmal ganz genau gespürt, was Neuseeland unter anderem so vielfältig und einzigartig macht.
Durch das Panoramaschiebefenster, das am Morgen noch als Sockenaufhängevorrichtung gedient hat, konnten wir noch ein bisschen den Sternenhimmel sehen, bevor die hereinziehenden Wolken alles verdeckten und wir einschliefen.
Aufgrund der gesundheitsbedingten Fahraufteilung gibt es von dieser Etappe nicht ganz so viele Bilder. Hauptsache ist aber, dass wir mehr oder weniger gut und vor allem sicher am Tagesziel angekommen sind.
