friiitz@new zealand | STUDY ABROAD IN CHRISTCHURCH / NEW ZEALAND
Tag 8: Gillespies Beach – Lake Matheson – Haast – Haast Pass – Cameron FlatTag 10: Queenstown – Northern Route – $25 Castle – Portobello

Tag 9: Cameron Flat – Wanaka – Crown Range – Queenstown

Der nächste Morgen war ziemlich kühl. Eigentlich kein Wunder, weil wir mitten im Winter in den Bergen genächtigt habe. Aber wenn man bedenkt, dass eine Autostunde von hier in Richtung Westen alles grünt und sprießt, kann man das schon leicht mal vergessen.

Mik hat das Schlimmste überstanden und es ging ihr schon wieder viel besser, als am Tag zuvor. Um sie aber noch zu schonen, habe ich für die Fahrt nach Queenstown das Steuer übernommen.

Nachdem wir Haast Pass auf dem Weg nach Wanaka verlassen haben, bot sich uns ein grandioser Blick auf Lake Wanaka. Der See ist der viertgrößte Binnensee Neuseelands und der drittgrößte auf der Südinsel. Er erstreckt sich auf einer Gesamtlänge von 42 Kilometern von Norden nach Süden und der Highway 6 verläuft am östlichen Ufer entlang. An der tiefsten Stelle ist der See über 300 Meter tief. Auf fast 400 Meter Tiefe bringt es der etwas weiter östlich gelegene Lake Hawea, dem der Highway den restlichen Weg bis nach Wanaka folgt. Beide Seen sind nur durch einen schmalen Landstreifen voneinander getrennt. Lake Hawea ist nicht weniger beeindruckend, aber leider zog etwas Nebel und Wolken auf, sodass wir den Blick nicht allzu lange genießen konnten.

In Wanaka selbst haben wir einen kleinen Stadtbummel gemacht, um uns die Füße zu vertreten. Hier hatte der winterliche Betrieb in den umgebenden Skigebieten schon voll begonnen. Wie in einer anderen Welt waren die Leute hier in dicke Winterjacken samt Schal und Mütze gehüllt. In der Stadt haben wir uns über die Straßenkonditionen nach Queenstown erkundigt und erfahren, dass es am Morgen wohl mehrere Unfälle wegen Eisglätte gegeben hatte. Weil die Sonne aber sehr kräftig schien, haben wir uns nicht zu große Sorgen gemacht über Neuseelands höchste (befestigte) Passstraße nach Queenstown zu fahren.

Für alle, die jemals von Wanaka nach Queenstown fahren wollen und nicht mit einem LKW oder schweren Anhängergespann unterwegs sind, kann ich nur empfehlen über Cardrona und die Crown Range Road zu fahren. Von Schnee- oder Eisglätte war nichts mehr zu sehen. Stattdessen hatten wir Nebel und dachten schon nichts von der schönen Route sehen zu können. Aber plötzlich wie aus dem Nichts durchbrachen die Sonnenstrahlen die Dunstschicht und Sonnenschein mit strahlend blauem Himmel gab den Blick auf die umliegenden verschneiten Berge frei.

Auf der Passhöhe der Crown Range auf 1.076m hatten wir einen wunderbaren und weitreichenden Panoramablick bis nach Queenstown und den Lake Wakatipu. Den Beervan mussten wir gleich mehrmals an Haltebuchten abstellen, um die schöne Szenerie genießen zu können.

Mein Campground-Verzeichnis, das ich mir vor dem Trip mit Hilfe der DOC-Website angelegt habe, endete mit einem Platz am Ufer des Lake Wanaka. Während meiner Recherche bin ich aber auf Hinweise gestoßen, dass es in manchen Hostels möglich ist, einen verminderten Übernachtungspreis zu zahlen, im Campervan auf der Straße zu nächtigen und trotzdem alle Einrichtungen des Hostels mit nutzen zu können. In Queenstown angekommen, haben wir uns zuerst nach einem Hostel umgesehen, das noch zwei Betten für eine Nacht frei hatte. In Queenstown, das als Sportmekka für jegliche Stufen von Anfänger bis crazy-extrem bekannt ist, hatte die Ski- und Snowboardsaison auch schon voll begonnen. Dementsprechend war in den beiden ersten Hostels, die wir angefahren haben, auch schon alles komplett belegt. Die Campervan-Option wollten die auch beide nicht machen. Als wir nach der zweiten Fragerunde zum Auto zurückkamen, bemerkte Mik, dass einer der Hinterreifen Luft verloren hatte. Es war aber noch genug drin, sodass wir entschieden haben zum letzten uns bekannten Hostel fahren und dort nach Betten bzw. einem Stellplatz zu fragen. Betten waren zwar keine mehr frei, aber hier haben wir ein Plätzchen für die Bierkutsche im Garten des Hostels bekommen. Wenn das nicht geklappt hätte, hätten wir wohl erst einmal ziemlich blöd ausgesehen. Die Leute dort waren aber sehr unkompliziert und freundlich und haben uns dann auch noch den Weg zur nächsten Tankstelle beschrieben. Bevor wir den Stellplatz in Anspruch genommen haben, sind wir noch zum Aufpumpen gefahren.

An einem der Tage zuvor, ist mir auch aufgefallen, dass der WOF (warranty of fitness; das neuseeländische Äquivalent zum deutschen TÜV) des Beervans am 7.7.2010 ausläuft. Als wir den Van in Chch abgeholt haben, haben die Herrschaften wohl nicht auf das Auslaufdatum geachtet. Zum Glück hat Wicked eine kostenlose Hotline, die wir an der Tankstelle zu Rate gezogen haben. Zuerst haben wir aber nach Lösungen für einen Reifenwechsel gefragt, weil in der Versicherung, die wir dazu abgeschlossen haben zwei Reifen abgedeckt waren. Leider waren aber nur die Reifen abgedeckt, nicht aber das Wechseln. Für NZD 50 hätten sie uns einen Mechaniker geschickt, der das für uns übernommen hätte. Das haben wir nicht gemacht. Stattdessen haben wir den Plattfuß bis zum Gehtnichtmehr aufgepumpt und haben die Hotline noch einmal wegen dem WOF angerufen. Die Wicked-Filiale in Queenstown hatte schon geschlossen, aber am nächsten Tag ab 09.00 Uhr sollte sie wieder geöffnet sein. Mit einem mulmigen Gefühl sind wir von der Tankstelle wieder zum Hostel gefahren und haben unseren Park- und Übernachtungsplatz bezogen.

Dick eingepackt sind wir am Nachmittag ins Stadtzentrum gelaufen. An der Uferpromenade des Lake Wakatipu gibt es das Café „Patagonia“, das eigene gleichnamige Schokolade und Pralinen herstellt. Dort haben wir uns „die beste heiße Schokolade“ genehmigt und sind am Seeufer durch einen Park spaziert. Zum Abendessen haben wir uns auf den Weg zu „Fergburger“ gemacht. Wegen enormen Ansturms mussten wir zwar ziemlich lange auf unsere Burger warten, aber das hat sich auf jeden Fall gelohnt. Die Burger sind richtig lecker und man wird auch von einem gut satt, weil sie üppig gefüllt und alles andere als klein sind :)

Gut gesättigt haben wir uns wieder auf den Rückweg zum Hostel und zum Van gemacht. Dick eingepackt, um den schon unter tags um den Gefrierpunkt liegenden Temperaturen auch nachts gewappnet zu sein, haben wir uns im Van das Nachtlager eingerichtet.

Auch von diesem Tag gibt es nicht allzu viele Bilder, dafür sind aber ein paar ganz schöne von der Crown Range dabei.

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