friiitz@new zealand | STUDY ABROAD IN CHRISTCHURCH / NEW ZEALAND
Tag 9: Cameron Flat – Wanaka – Crown Range – QueenstownTag 11: Portobello – Albatross Point – Dunedin – Moeraki – Glencoe Scenic Reserve

Tag 10: Queenstown – Northern Route – $25 Castle – Portobello

Am nächsten Morgen konnten wir nicht urlaubsmäßig lange schlafen, weil wir erstens nicht auf einem einsamen Campground, sondern im Garten des Hostels genächtigt hatten und diesen bis 10 Uhr räumen mussten und zweitens, weil wir den Beervan zum Wicked Depot bringen mussten, das um 09.00 Uhr seine Pforten öffnete.
Draußen erwartete uns aber dann eine böse Überraschung. Aus dem Reifen war beinahe die gesamte Luft heraus und es hatte ziemlich angefroren über Nacht. Der Garten und die Fensterscheiben des Vans waren rundherum mit weißem Reif und Eis überzogen. Zum Glück mussten wir aber an diesem Morgen nicht draußen frühstücken, sondern konnten in der warmen Küche des Hostels essen. Im Bad gab es auch warmes Wasser zum Zähneputzen und Duschen(!). Über Nacht habe ich an der Rezeption noch meine Kamera samt Ladegerät und Adapter abgegeben, um endlich wieder Bilder machen zu können. Die waren ja – wie man sicherlich gemerkt hat – auf den letzten beiden Etappen eher rar geworden.
Nachdem das Auto rundherum vom Eis befreit war, haben wir das Hostel pünktlich verlassen. Die Fahrt zur bereits bekannten Shell-Tankstelle stand uns aber noch bevor. Mit einem komplett platten Hinterreifen auf gefrorener Hauptstraße, auf der die Urlauber in Autos und Bussen so schnell wie möglich zu den Skigebieten wollten, hielten wir halb auf dem abgegrenzten Streifen für Fahrradfahrer, halb auf der Straße den kompletten Verkehr auf. Schneller als 30 habe ich mich nicht getraut zu fahren. Wenn ich mir es aber so überlege, waren wir sicherlich noch langsamer als das. Dadurch kam uns der Weg zur Tankstelle unglaublich lange vor. Wir – und auch die genervten Autofahrer hinter uns – waren sichtlich erleichtert, als sie hinter der nächsten Ecke auftauchte. Dort haben wir den Reifen bis zum Anschlag vollgepumpt und sind die letzten paar hundert Meter zum Depot gefahren, das ganz unscheinbar auf einem Campingplatz liegt. Zum Glück hatte es geöffnet. Dass wir wirklich Glück hatten, sagte uns die Frau hinter dem Tresen dann, weil sie eigentlich krank sei und gar nicht zur Arbeit kommen wollte. Dann hätten wir mit dem Plattfuß und abgelaufenem WOF aber ziemlich blöd ausgesehen.
Wie am Vortag mit der Dame von Wicked aus Auckland besprochen, haben wir dort noch einmal angerufen. Sie hatten dann versprochen, das Büro in Queenstown zu informieren. Wir waren aber nicht die einzigen Kunden und mussten deshalb ein bisschen warten. Wir haben der guten Frau dann unser Anliegen geschildert und gefragt, ob ein anderer Van da wäre, den wir gegen die Bierkutsche tauschen könnten. Zu unserer großen Erleichterung bejahte sie. In der Zwischenzeit ist dann auch die Nachricht aus Auckland angekommen, dass das alles „von oben“ genehmigt sei. Wir mussten dann ein Formular ausfüllen und als wir Christchurch als Rückgabestelle angaben, sagte sie uns, dass das schwierig werden könnte, weil das Depot dort letzte Nacht abgebrannt ist! What?!? Seriously?? Und nur deswegen hätte sie heute trotz Krankheit arbeiten gehen müssen… Na super, dachten wir uns – wo sollen wir dann bitte das Auto abgeben? Aber weil zwischen dem Ende unserer Südinseltour noch ein paar Tage waren, dachten wir uns, dass bis dahin sicherlich ein Ersatzdepot gefunden wird. Wie wir schon bei unserer Abfahrt in Chch erfahren haben, werden Wicked-Vans generell mit beinahe leerem Tank zurückgegeben. Ob die das wohl in weiser Voraussicht so geregelt haben, dass möglichst wenig Hochentzündliches in der Halle steht? Blöderweise hatten wir erst in Wanaka vollgetankt, sodass der Tank noch dreiviertel voll war. Mit der leicht überforderten aber sehr bemühten jungen Dame hinter dem Tresen haben wir dann ausgehandelt, dass uns der Wert der Tankfüllung gutgeschrieben wird. Auch war der neue Van kein Allradfahrzeug, sodass wir auch noch die Differenz zum zur höheren Miete bekommen haben. Theoretisch jedenfalls, denn das alles war handschriftlich auf dem Vertrag vermerkt. Ob wir es schlussendlich bekommen haben, weiß ich leider nicht. Den platten Reifen haben wir dann auch noch, wenn auch in leicht abgewandelter Form (wir haben festgestellt, dass er etwas Luft verliert…), angemerkt. Das war aber gar kein Problem.
Die Frau führte uns dann zu unserem neuen Vehikel. Sie erklärte, dass es aber zurzeit ihr Auto sei und räumte ihr Sachen aus dem Auto heraus. Dass sie später kein Auto bzw. eins mit nur drei straßentauglichen Rädern ohne WOF hatte, tat uns dann schon etwas leid. Aber eine andere Lösung gab es nicht und der Kunde ist ja bekanntlich König! Wir haben dann unsere Sachen bei wieder einmal strahlend blauem Himmel und Sonnenschein vom einen in den anderen Van verladen und praktische und eher unpraktische „Einrichtungsgegenstände“ getauscht :)
Als wir zur Abfahrt bereit waren, habe wir uns noch verabschiedet und uns für die nette Hilfe bedankt. Unser neues Gefährt mit dem Namen „CREATURE OF URANUS“ (Ich muss zugeben, dass ich auch eine Weile gebraucht habe, bis ich den Witz verstanden habe – Danke für die Hilfe, Mik :) ) haben wir dann auch gleich noch aufgetankt, weil wir nicht wussten, wie weit die nächste Tankstelle entfernt war.
Von Queenstown aus gibt es prinzipiell zwei Routen, um nach Dunedin zu fahren. Keine der beiden führt „direkt“ dorthin. Die eine macht einen großen Bogen nach Norden, die andere einen nach Süden; in Dunedin treffen sich dann beide wieder. Wir haben uns für die Nordroute entschieden. Von Queenstown sind wir zuerst nach Cromwell und vor dort aus nach Alexandra gefahren. Anstatt weiter auf dem SH8, der nach Süden führt, zu bleiben sind wir links auf den SH85 nach Palmerston abgebogen. Diese gut 170 km lange Strecke führt durch mehrere kleinere Ortschaften, die auf einer weiten Ebene liegen. Zu Beginn waren wir noch in dicken Nebel gehüllt und die Wiesen, Felder und Bäume waren mit Raureif überzogen. Als wir dann aber eine gewisse Höhe erreicht hatten, brach die Sonne durch den Nebel und gab den Blick auf schneebedeckte Bergketten um uns herum frei.
Nach gut zweistündiger Fahrt über die Ebene von Otago erreichten wir Palmerston. Von dort aus ging es dann nach Süden in Richtung Dunedin.
Dunedin liegt sowohl direkt am Meer als auch am Ende eines Inlets, das durch die Dunedin Peninsula vom Meer abgetrennt ist. Von Palmerston nach Dunedin kommend, bekommt men einen sehr schönen Blick auf die gesamte Stadt, weil man vom höher gelegenen Stadtrand bis hinunter zum Wasser fährt. Dunedin ist zwar viel kleiner und wie viele Hügel die Stadt hat, weiß ich auch nicht, aber mich hat die Lage ein bisschen an Rom erinnert :)
Weil es In Otago in der Nähe der größeren Orte keine DOC-Campingplätze gibt, haben wir uns schon im Voraus einen geeigneten privaten Campingplatz in Dunedin gesucht. Dieser Campingplatz liegt in der Ortschaft Portobello an der nördlichen Seite der Dunedin Peninsula, die zum Inlet gerichtet ist. Die Straße dorthin führt direkt an der Wasserlinie entlang und die Kurven sind meist nur sehr schwer oder überhaupt nicht einsehbar. Wir sind also sehr vorsichtig und langsam unserem Tagesziel entgegengeschlichen. Unterwegs haben wir ein Schild erspäht, das die Richtung zu einer interessanten Sehenswürdigkeit wies, dem Larnach Castle. Es war schon früher Abend und wir haben uns gedacht, dass man von dort oben sicherlich eine tolle Aussicht auf Dunedin und das Umland hat. Also haben wir (bzw. Mik, weil sie gefahren ist) den untermotorisierten Toyota Estima mit Wicked-Camperausstattung die enge und steile Straße zum Schloss hinaufgescheucht. Oben angekommen waren es nur noch ein paar hundert Meter bis zum Schlosstor. Als wir aber davor standen ist uns fast die Spucke weggeblieben. Vor dem Eingang stand ein riesiges Schild, das Auskunft über die Eintrittspreise gab. Hinter dem Tor war ein besetztes Kassenhäuschen mit Schranke. Für einen Erwachsenen hat der normale Eintritt (ohne Snack/Dinner/…) NZD 25 gekostet. Weil es nur noch eine halbe Stunde (oder so ähnlich) geöffnet und uns das definitiv zu teuer war, haben wir wieder umgedreht. Bevor wir aber wieder nach unten auf die Uferstraße gefahren sind, haben wir noch einen kurzen Halt gemacht, um Dunedin im Abendrot zu fotografieren.
Von unten war es dann nur noch ein kurzes Stück bis nach Portobello. Den Campingplatz haben wir auch auf Anhieb gefunden, was allerdings nicht schwer ist, wenn der gesamte Ort nur aus einer Handvoll Straßen besteht und an der Hauptstraße ein großes Schild angebracht ist :) Die Betreiber des Campingplatzes waren sehr freundlich und wir konnten uns einen Platz aussuchen. Neben uns waren auch noch ein paar andere Campervans da. Wir haben dann in der Campingplatzküche Abendessen gekocht. Danach gab’s noch den allabendlichen Tee, mit dem wir uns im Van zur Nacht verkrochen haben.

Hier geht es zu den Bildern dieser Etappe.

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