Am Tag zuvor waren wir vier (David aus Schweden, Ryan aus USA, Dan aus Hongkong und ich) beim Einkaufen und haben ausgemacht, dass David uns mit seinem Auto am nächsten Morgen um 6.00 Uhr abholt und wir dann losfahren.
Ryan, Dan und ich standen bis um viertel nach sechs in der morgendlichen Kälte und haben auf den David gewartet. Ich habe ihn dann schließlich auf dem Handy angerufen und gefragt, wo er bleibt – besser gesagt, ich habe ihn geweckt. Deswegen sind wir erst um 7.00 Uhr weggekommen.
Den ersten Tag unseres kleinen Roadtrips hatten wir nur mit Autofahren geplant. Das war auch nötig, um die 640km nach Te Anau human hinter uns zu bringen. Um nicht die gesamte Fahrerei dem David aufzudrücken, waren wir alle zusammen am Montag bei Davids Autoversicherung und haben seine Versicherung auf uns vier für die gesamte Woche ausgeweitet. Das ging dort kostenlos.
David hat den ersten Teil der langen Fahrt übernommen. Über Geraldine und Fairlie ging es zum ersten Zwischenstopp nach Lake Tekapo. Da war ich dann auch ziemlich froh, dass wir angehalten haben, weil ich mich auf der Fahrt mit dem David über mit dem Auto zurückgelegte Strecken unterhalten habe. Seine längste zusammenhängende Autofahrt war bisher 70km von seiner Heimatstadt nach Uppsala, wo er studiert. Dass ihm die Fahrpraxis auf langen Strecken fehlt, hat man ziemlich schnell gemerkt: konstante Geschwindigkeit, vorausschauendes Fahren und Gefühl für Kurven hatte er – meiner Meinung nach – nicht.
Der Lake Tekapo ist der größte von drei Gletscherseen in der Region Canterbury. Sie alle liegen mit je gut 20km Abstand nebeneinander. Der 82km² große und 25km lange Lake Tekapo wird vom Schmelzwasser der Gletscher der Southern Alps gespeist. Zusammen mit dem felsigen Untergrund verleiht es dem See seine türkis-blaue Farbe. Am Ufer des Sees liegt die erste Kirche der Region. Die Kirche zum guten Hirten (Church of the Good Shepherd) hat keinen Altar. Stattdessen sind in die seeseitige Wand große Fenster eingelassen, die die Sicht hinaus auf den See und die dahinterliegenden Berge ermöglichen. Das ist mit Sicherheit genauso ehrwürdig, wie ein monumentaler Altar aus Stein. Aus Respekt zu den Leuten in der kleinen Kirche, habe ich davon keine Bilder gemacht. Die Region um den Lake Tekapo ist auch dafür bekannt, dass man bei klarem Himmel die Sterne sehr gut sehen kann, weil der See und die gleichnamige kleine Stadt in einem sehr dünn besiedelten Teil Canterburys liegen. Deshalb hat man auf dem ca. 20km entfernten Mt John eine Sternwarte errichtet.
Nach der kurzen Pause hat sich dann der Dan ans Steuer gesetzt. Meine Hoffnungen auf eine angenehmere Weiterreise als Mitfahrer sind dann gestiegen, weil man in Hongkong auch auf der „falschen“ Seite fährt. Leider haben sich meine Wünsche dahingehend nicht erfüllt. Es kam eigentlich noch schlimmer und endete fast mit einem Unfall (ohne Fremdbeteiligung) an der Leitplanke vor einer kleinen One-Lane-Bridge. Sein Führerschein ist gerade mal zwei Jahre alt und in daheim fährt er einen Smart. Seine Kurvenfahrten haben mich sehr stark an den gymnasialen Matheunterricht erinnert, als wir Kreistangenten durchgenommen haben. Ist schon erstaunlich, wann man sich an solche Themen erinnert.
Gut 20km nach Lake Tekapo haben wir den Lake Pukaki erreicht. Das Panorama, das sich von dort aus erstreckte, war einfach gigantisch. Es begann unten mit einem türkis-blauen See, mündete dann in teilweise schnee- und gletscherbedeckte Berggipfel und endete wieder in einem strahlendblauen Himmel ohne eine einzige Wolke am Himmel. Die Krönung war allerdings, dass Mt Cook – der mit 3.754m höchste Berg Neuseelands – vollkommen frei von Wolken in den Himmel ragte. Dass das etwas Besonderes ist, verdeutlicht der Maori-Name des Mt Cook. In Maori heißt er nämlich „Aoraki“, was so viel wie „Durchbohrer der Wolken“ heißt.
Als es mir danach auf dem Lindis Pass mit Dans Fahrweise zu viel wurde (die anderen beiden haben geschlafen) habe ich mal dezent gefragt, ob er sich noch fit genug fühle. Er hat bejaht. An der nächsten Kreuzung haben wir uns für die falsche Richtung entschieden und haben auf einem Rastplatz mit schöner Aussicht auf das Städtchen Cromwell gehalten und Mittag gegessen.
Ab da hat dann Ryan das Steuer übernommen. Es war sein erstes Mal auf der „falschen“ Straßenseite und ab dann war die Fahrt wirklich angenehm. Zwar habe ich auch nicht geschlafen, weil ich die Landschaft sehen wollte, aber Kurven wurden als solche gefahren, gebremst wurde nicht erst wenn es schon fast zu spät war und es wurde auch nicht in Kurven beschleunigt. In Cromwell haben wir dann das erste Mal getankt und ich habe gelernt, dass man in Schweden den Spritverbrauch pro 10km angibt. Davids 92er Nissan Bluebird ARX hatte auf den ersten 420km einen Durchschnittsverbrauch von 0,7 Litern – schwedischer Art. Die letzten 220km bis nach Te Anau waren landschaftlich (leider) und fahrtechnisch (zum Glück) ziemlich unspektakulär.
Gegen 16.30 Uhr sind wir in dem kleinen Städtchen Te Anau [tie-ah-nau] angekommen und haben unser Zimmer im Hostel „Lakefront Backpackers“ bezogen. Das Hostel liegt ziemlich zentral und mit Blick auf den Lake Te Anau. Jedes Zimmer führt auf einen großen gemeinsamen Balkon mit Sofas und eben dem schönen Blick. Danach sind wir ins Zentrum gelaufen, um uns die Füße zu vertreten.
Der Lake Te Anau ist mit einer Fläche von 344km² und einer Länge von 65km der größte See der Südinsel Neuseelands. Seine Uferlänge beträgt 483km! Interessant ist, dass er See auf einer Höhe von 210m üNN liegt und bis zu 270m tief ist. Das bedeutet, dass manche Teile des Sees unterhalb des Meeresspiegels liegen.
An der iSite (so heißen in NZ die Touristeninformationszentren) haben wir gelesen, dass es in Te Anau Glühwürmchen-Höhlen gibt und dass am Abend auch noch Touren angeboten werden. Da es in einer Höhle sowieso stockdunkel ist, ist es eigentlich egal, ob die Tour am Tag oder am Abend ist. Der David und ich haben daraufhin die letzte Tour um 20.15 Uhr gebucht. Den anderen beiden waren die NZD 54 zu teuer.
Gegen 18.00 Uhr waren wir dann wieder im Hostel und ich habe für alle Bratkartoffeln mit Würstchen gekocht, die wir dann zusammen gegessen haben. Ryan und Dan haben danach für David und mich abgespült, während wir zum Bootsanleger für die Höhlentour gegangen sind.
Die Glühwürmchen-Höhle liegt eine ca. fünfzehnminütige Bootsfahrt vom Anleger entfernt am Westufer des Lake Te Anau. Zwar konnte man aufgrund der Dunkelheit das Bergpanorama nicht sehen, aber als Te Anau hinter einer Biegung verschwunden war, konnte man unzählige Sterne am wolkenlosen Himmel klar und deutlich erkennen. Die Milchstraße hat regelrecht heruntergestrahlt.
Am Eingang der Aurora-Höhle angekommen, wurden wir in zwei Gruppen aufgeteilt. Zuerst hat uns der Führer etwas über das Profil der Höhle erklärt. Das Höhlensystem ist 6,7km lang und besteht aus Kalkstein. Die Höhle selbst ist mit 12.000 Jahren vergleichsweise jung. Der Kalkstein ist schon 35 Millionen Jahre alt. Durch die Höhle fließt noch immer ein Fluss, der „Tunnel Burn“. Sein Wasser hat einen leicht sauren pH-Wert. Deshalb wird die Höhle immer weiter vom Wasser geformt. Das ist auch der Grund warum sich (noch) keine Stalagmiten und Stalagtiten gebildet haben. Diese findet man eher im höher gelegenen Teil der Höhle. Der für Besucher (und Normalsterbliche) erschlossene Teil endet in der bis zur Glühwürmchengrotte. Danach ist der weitere Weg verschlossen, weil sich der Tunnel Burn dort durch einen engen Kanal quetscht (wie ein großes Abflussrohr).
Wir sind dem Höhlenführer durch die anfangs gut beleuchtete Höhle dem Tunnel Burn stromaufwärts gefolgt. Kurz nach der Kathedrale, die bis zu 20m hoch ist, stürzt sich ein Wasserfall mit ohrenbetäubendem Lärm in die Tiefe. Ab einem kleinen Staudamm geht es dann nur noch per Boot weiter. Von dort an ist auch kein einziger Scheinwerfer mehr in der Höhle und es herrscht Redeverbot. Das liegt daran, dass die Glühwürmchen extrem licht- und geräuschempfindlich sind. Deswegen darf man auch keine Fotos machen.
Die Neuseeländischen Glühwürmchen (Titiwae; Arachnocampa luminosa) haben nichts mit den „europäischen Pseudo-Glühwürmchen (kurz aufleuchtende Käferchen)“ zu tun. Die Neuseeländischen Glühwürmchen hängen an den Höhlendecken und -wänden und produzieren Angelfäden mit klebrigen Schleimtropfen. Insekten verfangen sich in den Angelfäden und werden durch chemische Stoffe gelähmt. Spürt das Glühwürmchen Vibrationen, zieht es die Fäden zu sich heran, tötet das Opfer und saugt es aus. Das blaugrüne Licht des Glühwürmchens ist ein Nebenprodukt der Ausscheidung, bei der es am Hinterleib zu einer chemischen Reaktion durch das Enzym Luziferase kommt. Je hungriger das Glühwürmchen ist, desto heller leuchtet es.
Der Führer hat uns mit einem kleinen Boot durch die Glühwürmchengrotte manövriert. Die Glühwürmchen waren in mehreren großen Ansammlungen an den Höhlenwänden verteilt und hatten wohl ziemlichen Hunger
Auf dem Rückweg konnten wir die Höhle ungeführt wieder verlassen. Zum Abschluss gab’s dann Kaffee oder Tee umsonst und dazu noch einen kleinen Film über das Leben eines Glühwürmchens mit ziemlich interessanten Infrarot-Aufnahmen von der Nahrungsaufnahme und von Revierkämpfen, die wohl oft kannibalisch enden.
Auf dem Rückweg über den Lake Te Anau ist der Kapitän mit dem Katamaran mit 25 Knoten über den See geheizt.
Gegen halb elf waren wir dann wieder im Hostel und sind schlafen gegangen.
Am Samstag startete ich meinen dritten Versuch zu den Hot Pools im Otehake River zu kommen. Beim ersten Mal am Osterwochenende hatte es vorher so stark geregnet, dass die Flüsse unpassierbar und damit die Hot Pools unerreichbar wurden. Deshalb sind wir damals zur Casey Hut gewandert. Beim zweiten Versuch zu den Hot Pools zu gelangen, sind wir nicht einmal aus Chch herausgekommen, weil unsere kleine Truppe keinen gefunden hat, der ein Auto besitzt und auch mitkommen möchte. Für einen Mietwagen war das Vorhaben leider etwas zu kurzfristig geplant. Deshalb am vergangenen Samstag nun der dritte Anlauf.
Das Wetter sollte zwar weniger einladend werden, aber das war mir – und den anderen (Philip, Akshay und Adrian) auch – wurscht. Auf dem Weg zu dem Ein-Haus-Kaff namens Aickens haben wir in Arthur’s Pass am DoC-Centre gehalten und uns nach den Pegelständen erkundigt. Die Flüsse seien demnach zwar hoch und noch passierbar. Uns wurde allerdings empfohlen von der Insel, auf dem man bei den Hot Pools normalerweise zeltet, zu verschwinden sobald es anfängt zu regnen – egal zu welcher Tages- oder Nachtzeit. Ansonsten könnte es nämlich passieren, dass man auf der Insel gefangen ist und warten muss, bis der Flusspegel wieder gesunken ist. Außerdem wurden wir noch davor gewarnt auf dem beschilderten Wanderparkplatz zu parken, weil es dort des Öfteren vorkommt, dass Autos zerstört und angezündet werden. Man kann aber stattdessen auf dem Gelände besagter Farm für NZD 5.00 / Tag parken.
In Aickens angekommen, haben wir das Auto auf der Farm geparkt, bezahlt und sind gegen halb elf losmarschiert.
rot = Hin- und Rückweg, blau = river crossings
Nach ca. 1km erreichten wir schon das Flussbett des Otira River. Dort standen dann die ersten beiden „river crossings“ bevor. Das Wasser reichte beim durchschreiten gerade über’s Knie (bei mir). Weil die Strömung aber nicht ohne war, spritzte das Wasser etwas höher. Wie das so Gebirgsflüsse an sich haben, sind sie ziemlich kalt. Das sollte aber nur der Anfang sein…
Mit klatschnassen Wanderschuhen ging es dann durch dorniges Ufergestrüpp bis wir einen 4WD-Weg (zu Deutsch „Feldweg“) erreichten. Diesem folgten wir Richtung Osten das Taramakau Valley entlang. Der Feldweg kreuzte noch dreimal überflutete Bäche, in denen die Schuhe wieder richtig vollliefen, nachdem man das Wasser durch das Laufen einigermaßen herausgedrückt hat. Als dann von Süden der Pfeifer Creek in Richtung Taramakau River floss, haben wir diesen zuerst überquert und sind ihm dann stromaufwärts gefolgt. Dieser Wegabschnitt führte durch dicht mit Farnen bewachsenen Regenwald. Teilweise wuchsen die Farne bis zu vier Meter in die Höhe!
An der Mündung des Lake Creek in den Pfeifer Creek haben wir uns wieder nach Osten gewandt und sind dem Lake Creek stromaufwärts in Richtung des Lake Kaurapataka gefolgt. Am Ufer des Sees gibt es einen schönen Platz zum Zelten. Wir haben dort nur angehalten, um unsere Wasserflaschen und Trinksysteme aufzufüllen, weil man hier das letzte saubere Wasser bekommen konnte. Danach ging es weiter durch den Regenwald über einen kleinen Ausläufer eines Bergrückens hinunter zum Otehake River Valley.
Von hier aus gibt es zwei Möglichkeiten zu den Hot Pools stromaufwärts zu kommen. Zum einen kann man dem Otehake stromaufwärts durch die Otehake Schlucht folgen. Dabei muss man den Fluss allerdings mehrmals queren. Das funktioniert also nicht, wenn der Fluss viel Wasser führt. Deswegen gibt es die Möglichkeit oberhalb der Schlucht entlang zu gehen und nach dem Engpass wieder zum Flussbett hinabzusteigen. Weil der Otehake ziemlich hoch war und das Wasser ziemlich schnell geflossen ist, haben wir uns auf die Suche nach dem Track gemacht, der an der Schlucht vorbeiführt. Der einzige Weg, den wir gefunden haben, war ein steiler Pfad, der zu der Hängebrücke über den Otehake geht. Doch der führt auf der anderen Seite nicht zu den Hot Pools.
So kurz vor dem Ziel umdrehen zu müssen kam nicht in Frage. Außerdem hat man die Hot Pools schon riechen können. Der Otehake führt nämlich ab den Hot Pools das sulfurhaltige Wasser der Hot Pools mit sich. Demnach stinkt es das ganze Tal entlang nach verrotteten Eiern. Lecker!
Wir sind also so weit wie es möglich war auf der richtigen linken Seite des Otehake (Sobald der Track einem Fluss folgt, beziehen sich die Wegbeschreibungen auf das stromabwärts gesehen rechte und linke Ufer des Flusses. Rechts heißt dann „true right“ und links „true left“.) in die Schlucht hineingelaufen. Beim ersten Felsen, der in den Fluss hineinragte, mussten wir auf die andere Uferseite wechsel. Wie bei einem „Safety River Crossing“ üblich stellen sich alle Tramper in einer Reihe nebeneinander auf und halten sich zwischen Rucksack und Rücken des Nachbarn gut aneinander fest. An den beiden äußeren Positionen stehen die beiden größten Leute. Der kräftigere der beiden Großen steht weiter stromaufwärts. Im Verbund geht man dann nebeneinander langsam schräg gegen den Strom zum anderen Ufer. So erreicht man auch bei starken Strömungen mehr Widerstand gegen die Kraft des Wassers. Wenn man alleine gehen würde, ist es sehr wahrscheinlich, dass man vom Fluss mitgerissen wird.
So haben wir den Otehake in der Schlucht viermal überquert bist wir am Ende wieder auf der richtigen linken Ufer herausgekommen sind. Das Wasser des Otehake war richtig eiskalt und beim letzten Crossing hüfttief. Nach vier Überquerungen waren die Füße dann beinahe durchgefroren. Mit dem Weg durch die Schlucht haben wir uns aber eine Stunde Aufstieg erspart und waren in einer guten halben Stunde am anderen Ende. Jetzt mussten wir dem Otehake nur noch bis zu einer kleinen Insel im Fluss folgen und ihn noch ein einziges Mal halb (bis zur Insel) überqueren. Das verlief wieder in der gewohnten Prozedur. Aber das letzte Mal hatte es noch einmal in sich. Kurz vor der Insel wurde es nämlich noch einmal richtig tief. Aber da war uns das ziemlich egal, weil hinter der Insel die Hot Pools gewartet haben
Wir waren die ersten, die am Ziel angekommen sind. Die Insassen zwei weiterer Autos waren noch nicht da. Um uns ein nächtliches Aufstehen und Umziehen mit den Zelten bei Regen zu ersparen, sind wir gleich auf das stromabwärts gesehen rechte Ufer gegangen und haben dort unsere beiden Zelte aufgeschlagen. Danach haben wir uns Abendessen gekocht. Wir haben vier Packungen Fertignudeln verschiedenster Geschmacksrichtungen, getrocknete Erbsen, Paprika und Tomaten vermengt und in gutem reinem Otira-Wasser gekocht. Bis das Essen fertig war habe ich noch meine beiden Dosen Bier (Speight’s – Pride of the South) oberhalb der Hot Pools zum Kühlen in den Otehake gelegt.
Nach dem Essen war es schon stockdunkel und wir haben uns für die Hot Pools umgezogen. Und dann nix wie los in den trockenen Arm des Otehake zum Entspannen! Insgesamt gab es vier Hot Pools. Der erste war so heiß, dass man sich verbrüht hätte, wenn man länger als 5 Sekunden irgendein Körperteil hineingehalten hätte. Der zweite war zwar noch immer heiß, aber wenn man sich daran gewöhnt hatte, genau richtig. Den dritten Pool hatten sich andere Tramper nach deren Ankunft extra gebaut. Deswegen haben wir den nicht genommen. Der letzte Pool war eher lauwarm. Wir haben uns dann im zweiten Hot Pool breit gemacht. Vor der Entspannung mussten wir aber noch den Pool ausgraben, um schön tief in ihm sitzen zu können. Die Steine und der Kies am Boden waren teilweise so heiß, dass man sie nicht anfassen konnte. Es ist schon sonderbar, dass auf der einen Seite der Insel der Otehake eisig kalt ist und man sich auf der anderen Seite die Füße im Wasser verbrühen kann.
Von den zwei Dosen Bier habe ich allerdings nur eine getrunken. Mehr wäre in dem heißen Wasser wohl auch nicht gut gewesen. Später kam dann noch eine – wie sich später herausstellte – Schweizerin (aus St. Gallen) von der Insel zu den Pools und gesellte sich zu uns. Der habe ich dann noch mein Bier vermacht nachdem es keiner der anderen wollte, dass ich es nicht mehr mit nach Hause nehmen muss Als gegen 22.00 Uhr die vier anderen Tramper, die sich vorher den dritten Pool gebaut haben, gekommen sind, sind wir ausgestiegen und haben uns zum Schlafen in unsere Zelte gelegt.
Am frühen Morgen hörten wir (Akshay und ich) seltsame Geräusche um unser Zelt herum. Mit der Befürchtung ein Possum könnte Akshays Rucksack auseinandernehmen, hat er nachgesehen. Das Possum entpuppte sich als Weka. Das ist ein Fasan-ähnlicher Vogel. Das Tier hat es immerhin geschafft mehrere Plastiktüten aus dem Rucksack einige Meter weit wegzuschleifen! Eines von denen hatte schon am Vorabend versucht die kleine Plastiktüte mit Tee aus meinem Becher zu klauen, als wir nach dem Abendessen unser Geschirr am Fluss gewaschen haben.
Danach haben wir uns aber noch einmal hingelegt und bis ca. zehn geschlafen. Eigentlich wollten wir am Morgen nochmal in den Pool. Angesichts der fortgeschrittenen Zeit haben wir das dann aber sein lassen. Stattdessen haben wir die Zelte abgebrochen und nach einem kurzen Snack unsere Rucksäcke gepackt.
Auf dem Rückweg haben wir uns dann ans rechte Ufer gehalten und festgestellt, dass es eine viel flachere Stelle zum überqueren des Otehake gibt. Aber am Tag vorher waren wir eh schon nass – viel hat es also nicht ausgemacht. Wir haben uns von der Schweizerin am Vorabend genau erklären lassen, wo der Pfad vor der Schlucht abzweigt, damit wir ihn diesmal finden. Aber auf dem Weg dorthin haben wir uns dann doch gegen ihn und erneut für die Schlucht entschieden, weil der Weg erstens kürzer und zweitens weniger anstrengend war. Der zweite Grund war jedoch ausschlaggebend, weil wir kein Trinkwasser mehr hatten, das unseren Durst nach dem anstrengenden Aufstieg hoch zum Ende der Schlucht hätte stillen können. Und weil wir sowieso noch den Otira überqueren mussten und früher oder später patschnass werden sollten, war es ziemlich egal. Wir haben dann den Otehake in gewohnter Weise wieder viermal durchquert.
Die folgenden beiden kurzen Videos sind vom Otehake River kurz vor der Schlucht.
Dann ging es den gleichen Weg wie am Vortag zurück. Am Lake Kaurapataka haben wir dann einen längeren Brunch-Stopp gemacht, unsere letzten Brotzeitreserven vertilgt und unsere Trinkflaschen und –systeme aufgefüllt. Der Rückweg führte wieder durch den Farnwald, über den Pfeifer Creek und das Taramakau Valley entlang bis zum Otira River. Diesmal haben wir ihn an der erstbesten Stelle überquert und sind kurz vor dem Ende beinahe von einer ziemlich großen Untiefe überrascht worden. Weil wir jetzt schon bis zur Hüfte klatschnass waren, haben wir noch zum Spaß einige Beispielbilder zum river crossing gemacht – allerdings nicht mit meiner, sondern mit Adrians Kamera. Sobald ich die Bilder von ihm bekomme, hänge ich sie hier noch an.
Am anderen Ufer war es dann nur noch ein kurzes Stück bis zum Auto. Am Wanderparkplatz haben wir dann noch unseren Eintrag ins Track-Gästebuch mit der Rückmeldung vervollständigt und unsere Schuhe und Gaiters mit Desinfektionsspray eingesprüht, um die Verbreitung von Didymo (eine Kieselalge) zu verhindern.
Entgegen dem Wetterbericht hatten wir weder am Samstag noch am Sonntag Regen. Am Tag des Rückwegs schien sogar die ganze Zeit die Sonne und es war angenehm warm.
Auch wenn der Trip anfangs sehr nass und eisigkalt ist, lohnt es sich doch die ganzen Unannehmlichkeiten auf sich zu nehmen. Denn die (stinkenden) Hot Pools am Ende entschädigen alles. Selbst den „Duft“ riecht man nach kurzer Zeit nicht mehr.
Auf dem Rückweg haben wir noch in Arthur’s Pass gehalten und uns die klassische Tramperbelohnung eines Trips in der Arthur’s Pass-Region gegönnt: Zwei für deutsche Verhältnisse riesige Kugeln göttliches Eis!
Am Pearson Lake waren wir dann so überwältigt von dem tollen Sonnenuntergang, dass Philip am Highway angehalten hat und wir (nicht verwackelte) Bilder machen konnten. Wir waren übrigens nicht die einzigen, die angehalten haben
Am Strand in Kaikoura habe ich zwei kleine Videos gemacht, die ich euch nicht vorenthalten möchte.
Das erste zeigt den Kiesstrand vor dem Bahnhof und dem Whale Watching-Gebäude und die Kamera schwenkt dabei nach Norden in Richtung der Kaikoura Seaward Range.
Das zweite Video ist am gleichen Strand aufgenommen. Was ich so faszinierend fand war, das Geräusch, als das Wasser wieder den steilen Strand hinunter ins Meer geflossen ist. Im nachfolgenden Video kann man das ganz gut hören.
Am Montag habe ich den – laut Wetterbericht – einzigen Sonnentag in dieser Woche genutzt, um nach Kaikoura zum Whale Watching zu fahren. Übrigens: der Wetterbericht war falsch. Zumindest in Chch ist es seit Samstag ununterbrochen sonnig.
Kaikoura liegt 180km und gute 2,5 Autostunden nördlich von Christchurch. Weil ich nicht in Besitz eines Autos bin und keinen gefunden habe, der eines hat und auch nach Kaikoura gehen wollte, habe ich einen Bus genommen. Wie ich das schon von den Greyhound-Bussen in Canada kannte, gibt es auch in Neuseeland nationale „Linienbusse“. Es gibt hier verschiedene Firmen, die sich im Preis nicht sonderlich unterscheiden. Ich hab mich natürlich für den günstigsten Busservice entschieden
Der Atomic Shuttle-Coach sollte laut Fahrplan um 07:00 Uhr vom Cathedral Square in Chch abfahren. Ich bin also um viertel nach fünf aufgestanden und habe einen Bus um 06:05 Uhr in die Stadt genommen. Der Coach kam auch pünktlich um viertel vor sieben an den Abfahrtspunkt, an dem außer mir schon einige andere Leute warteten.
Das Einchecken in den Bus hat aber wohl länger gedauert, als geplant. Gegen halb acht sind wir dann endlich abgefahren. Unterwegs hat der Busfahrer dann noch an diversen anderen „Haltestellen“ angehalten, um weitere Reisende aufzunehmen.
In der Broschüre des Busunternehmens stand bei der Chch – Kaikoura – Picton-Linie, dass die Fahrtzeiten so ausgelegt sind, dass man pünktlich zu den Startzeiten der Whale Watching-Touren ankommt. Die Tour, die ich online gebucht hatte, war für 10.00 Uhr angesetzt. Laut Fahrplan sollte der Bus um 09.30 Uhr Kaikoura erreichen. Durch die verspätete Abfahrt war damit mein Zeitpuffer schon so gut wie weg. Aber vielleicht kann der Fahrer auf dem Highway ein bisschen Zeit gutmachen.
Während draußen die Sonne langsam höher wanderte, verstrich die Zeit und der Bus schlich die Straße entlang. Dem Fahrer schien wohl vollkommen wurscht zu sein, dass er 45 Minuten hinter dem Zeitplan fährt – neuseeländische Gelassenheit vs. deutsche Pünktlichkeit.
Als der Bus dann endlich um 10:20 bei strahlendem Sonnenschein in Kaikoura ankam, hatte ich mir schon Gedanken gemacht, was ich der Frau / dem Mann am Schalter sagen könnte, um entweder mein Geld zurück oder einen Gutschein ausgestellt zubekommen. Ich bedankte mich noch beim Fahrer, auch wenn er mir nicht sagen konnte in welcher Richtung der Bahnhof lag, von dem die Touren aus starteten.
Intuitiv habe ich mich für die richtige Richtung entschieden, bin aber auf dem Weg zum Bahnhof – ohne das große Schild „Railway Station“ zu sehen – an der Abzweigung vorbeigelaufen. Nach einigen Minuten kam mir die Umgebung ziemlich unpassend für einen Bahnhof vor, zumal weit und breit keine Schienen zu sehen waren, und ein Einheimischer hat mir den rechten Weg zurück erklärt.
Als ich gerade in die Straße eingebogen bin, kam mir ein voll besetzter Whale Watching-Bus entgegen, der die Besucher zum Schiff gebracht hat. Na toll, dachte ich mir. Die nächste Tour ist um 12:45 Uhr und dauert inkl. Transfer 3,5 Stunden. Mein Bus fährt aber schon wieder um 15:50 Uhr zurück nach Christchurch. Das wird äußerst eng.
An der Whale Watching-Station angekommen, habe ich der freundlichen Dame am Schalter meine Situation geschildert. Sie hat mir dann auch gleich einen Platz in der 12:45 Uhr Tour reserviert.
Weil ich noch gut zwei Stunden Zeit bis dahin hatte, bin ich zum angrenzenden Kiesstrand gegangen. Auf einmal hörte ich jemanden meinen Namen rufen und sah, dass es die Frau vom Schalter war, die mir hinterhergelaufen ist. Es gab nämlich noch eine Tour um 11.00 Uhr, die sie aufgrund der starken Nachfrage dazwischengeschoben haben. Die restlichen zehn Minuten bis dahin, habe ich mich im Souvenirshop umgesehen. Was die alles für Schrott verkaufen ist schon erstaunlich.
Nach einer kurzen Sicherheitsunterweisung per Video, wurde unsere Gruppe in den Whale Watching-Bus geführt und Vern, der Busfahrer, hat uns gesagt, dass wir uns im Bus entspannt zurücklehnen sollen, weil es da noch nicht so schaukelt, wie auf dem Meer. Obwohl kein Lüftchen ging und die Sonnen schien, gab es einige größere Wellen draußen auf See. Übrigens: im Souvenirshop konnte man auch Mittelchen gegen „Seekrankheit“ kaufen.
Der Bus fuhr ca. zehn Minuten über eine kleine Landzunge, die Kaikouras Küste in zwei Buchten teilt. In der South Bay befindet sich ein kleiner Hafen, in dem die Ausflugs- und Fischerboote liegen. Dort hat die Whale Watching-Firma drei moderne Jetboote. Eines davon – die Paikea – wurde unserer Gruppe zugeteilt. Während der Fahrt durfte man sich nicht draußen aufhalten. Innen waren die Boote mit Kinosesseln aus Leder ausgestattet, die auch wie im Kino in Reihen angeordnet waren. Sie alle blickten in Richtung Bug, wo hinter der Steuerzentrale des Kapitäns ein großer Flachbildschirm angebracht war. Kapitän Rick wurde von zwei Männern unterstützt, beim Herausfahren aufs offene Meer den Wal zu sichten. Ein anderer Mann saß unter dem großen Bildschirm und hat Präsentationen und Bilder von den Walen gezeigt und die Fahrt- und Beobachtungszeiten moderiert. Auf der Fahrt war das eigentlich ganz informativ, aber während den Beobachtungszeiten hat es eigentlich etwas gestört („Keep your finger on the little button – now ist he time for your great shot…“). Zusammen mit dem Lärm eines um den Wal kreisenden Flugzeugs (Whale Watching aus der Luft) war das ziemlich nervig. Es wäre schön gewesen, den Wal in seiner Natur zu sehen UND zu hören.
Nach einer zehnminütigen Fahrt verlangsamte sich das Boot und wir wurden hinausgelassen. Kapitän Rick hat den Wal immer auf einer Seite vom Boot „platziert“ (eigentlich eher andersherum, aber so haben sie sich ausgedrückt), so dass man von oben, von achtern, von der Seite und von der Bugplattform gut sehen konnte.
Beim Whale Watching in Victoria (Canada) haben wir Orcas (Killerwale) gesehen. Die waren im Gegensatz zu dem „Sperm Whale“ (Pottwal) regelrecht hyperaktiv. Der Pottwal Tiaki, den wir zu sehen bekamen, ruhte sich friedlich an der Wasseroberfläche vom vergangenen Tauchgang im Kaikoura Canyon (bis 1600 Meter tief). Der Pottwal hat deswegen einen Namen, weil er ein sogenannter „Residential Whale“ ist. Manche Pottwale kommen regelmäßig immer wieder nach Kaikoura, um im nahrungsreichen Kaikoura Canyon zu fressen. Pottwale gehören zu den Zahnwalen und sind die größten dieser Unterordnung. Die Orcas gehören Übrigens zur Familie der Delfine. Die Zahnwale sind im Gegensatz zu den Bartenwalen keine Vegetarier. Sie fressen alles, was ihnen in die Quere kommt. Da können mitunter auch mal Vögel dabei sein, die dicht an der Wasseroberfläche fliegen.
Tiaki war aber alles andere als hungrig. Die gesamt erste Beobachtungsperiode hat man außer der kleinen Finne fast nichts anderes gesehen. Auch als er abgetaucht ist, hat man nichts von der 6 Meter breiten Fluke gesehen, mit der sich der Wal vorantreibt.
Während Tiaki wieder auf Tauchgang war, hat uns Rick in die Goose Bay gefahren. Dort wimmelte es nur so von Schwarzdelfinen (Dusky Dolphins), die auch zur Unterordnung der Zahnwale gehören. Sie leben nur in Küstengewässern der südlichen Hemisphäre – folglich in Südamerika, Südafrika und an der Ostküste Neuseelands. Die Delfine waren eine große Abwechslung zum trägen Pottwal, denn Schwarzdelfine sind im Allgemeinen sehr gesellig und verspielt.
Auf dem Rückweg von Goose Bay haben wir noch einmal nach Tiaki gesucht, der wieder von seinem Tauchgang an die Wasseroberfläche zurückgekommen ist. Leider war er aber noch immer sehr träge, sodass wir nicht mehr als einen kleinen Teil seines Rückens zu sehen bekamen. Als er schließlich zum zweiten Mal abgetaucht ist, hat er seine Fluke zumindest ein paar Zentimeter aus dem Wasser gestreckt. Das ging aber leider viel zu schnell, um ein Foto zu schießen. Kurz danach schwamm aber noch ein Blauhai an unserem Boot vorbei. Von diesem hat man aber auch nur die Rückenflosse sehen können.
Dann haben wir uns wieder auf den Rückweg zum Hafen gemacht. Unterwegs hat Rick das Boot noch einmal verlangsamt, als wir an einigen Wanderalbatrossen, die auf dem Wasser schwammen, vorbeigekommen sind. Das sind schon richtige Brummer – eine Gans ist da nix dagegen. Wanderalbatrosse gehören zu den größten flugfähigen Vögeln der Welt. Die erreichen eine Körperlänge von über einem Meter und haben eine Flügelspannweite von mehr als drei Metern!
Auf der Rückfahrt in den Hafen haben wir noch eine interessante Präsentation über Blauwale – die größten lebenden Tiere der Erde – gesehen. Hier einige interessante Fakten:
Blauwale ist so schwer wie sechs Flugzeuge desselben Typs (!)
Alleine die Zunge des Blauwals wiegt vier Tonnen; das ist so viel wie 2 vollausgestattete Mercedes ML zusammen
Pro Herzschlag zirkulieren 1.000 Liter Blut durch das Blutsystem des Blauwals
Der Blauwalgesang ist mit bis zu 180 dB lauter als ein startendes Flugzeug (120 dB)
Im Sommer frisst ein Blauwal bis zu 3,5 Tonnen Plankton pro Tag – die Kammer des Hauptmagens fasst eine Tonne Nahrung
Ein Blauwalkalb ist bereits seiner Geburt sieben Meter lang und wiegt 2,5 Tonnen
Wieder im Hafen angekommen sind wir wieder in den Bus eingestiegen, der uns zurück nach Kaikoura gebracht hat.
Dann bin ich den Kiesstrand entlang in Richtung Zentrum gelaufen. Kaikoura besteht aus einer Straße, die zu beiden Seiten Cafés, ein Hostel, einen kleinen Supermarkt und mehrere Bekleidungsgeschäfte hat. Bis der Bus um zehn vor vier kommen sollte, bin ich dann nach dem Zentrum wieder an den Strand gegangen und diesem bis zum Ende an der bereits mit dem Bus überquerten Landzunge gelaufen.
Das Wetter hätte wirklich nicht besser sein können – aber das könnt ihr auf den Bildern sicherlich besser sehen, als wenn ich das beschreiben würde.
Pünktlich zur eigentlichen Abfahrtszeit war ich wieder zurück an der Bushaltestelle – aber der Bus war nicht da. Der kam erst eine halbe Stunde später und – wer hätte es gedacht – wurde vom selben Fahrer wie schon auf der Hinfahrt gefahren. Das kann ja heiter werden.
Es ging dann mit 45 Minuten Verspätung im Schleichtempo wieder zurück nach Christchurch, während die Sonne rasch unterging.
In Amberley, das 45km nördlich von Christchurch liegt, meinte der Busfahrer dann noch tanken zu müssen. Jedenfalls hat er eine Tankstelle angefahren, den gesamten Tankstellenverkehr behindert/gestoppt, aber dann eigentlich viel zu kurz gehalten, um tatsächlich zu tanken. Was der Fahrer wirklich dort gemacht hat, außer Zeit verstreichen zu lassen, ist mir ein Rätsel. Eine junge Frau, die vor mir saß meinte zu einer anderen, die über den Gang neben ihr saß, dass das bei Atomic Shuttles wohl öfters so sei, denn sie fahre die Strecke regelmäßig und hat sich an Verspätungen um eine Stunde schon gewöhnt.
Statt um halb sieben war ich dann zwischen halb acht und acht wieder am Cathedral Square in Chch. Von dort aus ging es mit dem Bus wieder an die Uni und dann heim.
Für meine nächste Busreise werde ich wahrscheinlich die $5 Mehrpreis in Kauf nehmen und dafür aber pünktlich am Ziel ankommen. Der InterCity-Bus fuhr zumindest pünktlich um 15:50 Uhr in Kaikoura ab – lange bevor der Atomic-Coach überhaupt zu sehen war.
Nach einem langen, aber sehr schönen Tag, hatte ich mir mein Bett verdient. Nach tausendachthundert Wörtern, habt ihr euch die Bilder von Kaikoura verdient.
Nachdem ich mich nun ja schon eine ganze Weile nicht mehr gemeldet habe, gibt’s jetzt die volle Ladung (an Bildern!).
Letzten Donnerstag war ich wieder einmal im Botanischen Garten in Christchurch. Obwohl der Sommer hier ja schon vorbei ist und der Herbst sich breit macht, blühen noch immer die verschiedensten Blumen. Doch auch die verblühten Blüten können sehr schön sein. Diesmal war auch das Haus mit den exotischen und fleischfressenden Pflanzen und das Kakteenhaus offen. Aber am besten ist es, wenn ihr euch einfach die Bilder vom Botanischen Garten anseht.
Zum Wochenende hin hatten wir uns überlegt, den Otehake-Trip zu den Hot Pools, der am vorherigen Wochenende buchstäblich ins Wasser gefallen ist, zu machen. Das Wetter passte diesmal: es war kein Regen vorhergesagt. Wir hatten schon Zelte und Essen organisiert, als sich herausstellte, dass das Auto eines der Mit-Tramper Öl verliert und es deshalb zu unsicher ist mit dem Auto zu fahren. Ein anderes konnten wir leider nicht organisieren und für einen Mietwagen war es schon zu spät (Öffnungszeiten und Online-Buchung mind. 1 Tag vorher). Mein Vorschlag war dann, den Trip von Sonntag bis Montag zu machen. Das ging allerdings auch nicht, weil einige am Sonntagabend zum Arbeiten wieder in Chch sein mussten.Vielleicht klappt es ja irgendwann noch einmal und ich komme zu den Hot Pools.
Am Sonntag war es – wie in der Wettervorhersagt prognostiziert – angenehm warm und dazu schien die Herbstsonne mit aller Macht vom strahlend blauen Himmel herunter. Anstatt in den Hot Pools zu liegen, bin ich an den Strand nach New Brighton gefahren. Diesmal bin ich aber erst in Southshore aus dem Bus ausgestiegen. Southshore ist der Stadtteil Chchs, der auf dem südlichsten Zipfel des Spits liegt, das die Avon-Heathcote-Estuary vom Meer trennt. Am Ende der Straße befindet sich noch ein kleiner Park, der dann in den Strand übergeht. Von dort aus bin ich zuerst weiter Richtung Süden zu dem Punkt gelaufen, wo sich Süß- und Salzwasser vermischen. Das kann man zwar nicht sehen, aber durch die beiden gegensätzlichen Strömungen gibt es dort keine (oder eine nur sehr kleine) Brandung. Dann bin ich wieder in entgegengesetzter Richtung weiter den Strand entlanggelaufen. Weil der New Brighton Beach sich so lange hinzieht, hat man immer das Gefühl, dass nur wenige Leute unterwegs sind. Am Sumner Beach hingegen merkt/sieht man immer gleich, dass viel los ist. Als ich am Strand war, war gerade Flut und es gab einige große Wellen. Allerdings habe ich nur drei Surfer gesehen. Die meisten werden wohl entweder am Sumner Beach oder in Taylor’s Mistake gewesen sein.
Diesmal habe ich es geschafft, den gesamten Strand bis zur öffentlichen Bücherei am New Brighton Pier zu laufen. Das sind immer hin gute 6km (one way) in weichem feinkörnigen Sand. Auch bei diesem Spaziergang sind wieder viele Bilder entstanden. Diesmal gibt es keine Bildunterschriften dazu, weil ich einerseits zu faul bin (:-)) und andererseits, weil sich der regelmäßige Leser in der Umgebung schon gut zurechtfinden müsste… Viel Spaß beim Orientieren anhand der Bilder.