March-Wordle
Wie man sieht, wird das Wordle von Monat zu Monat größer und vielfältiger…
Hier geht’s zur Wordle-Bildergalerie.
Wie man sieht, wird das Wordle von Monat zu Monat größer und vielfältiger…
Hier geht’s zur Wordle-Bildergalerie.
Letztes Wochenende war ich – wie jedes Wochenende bisher – wieder in den Bergen der Südinsel Neuseelands unterwegs. Diesmal hat es mich wieder in die Arthur’s Pass Region verschlagen.
Am Samstagmorgen um halb 8 haben wir uns am UCSA-Parkplatz zur Abfahrt nach Cass – einem kleinen Örtchen am Highway 73 gut 30 km vor Arthur’s Pass – getroffen. Wir sind mit insgesamt neun Personen aufgeteilt auf drei Autos aufgebrochen. Das musste sein, weil sechs von uns den Trip in einem Tag gemacht haben und nur drei (unter anderem ich) über Nacht geblieben sind. Weil der Track kein Rundweg ist, haben wir erst die Tagestramper in Cass abgeladen und sind dann mit den drei Autos nach Cora Lynn gefahren. Dort sind wir ausgestiegen und die beiden Fahrer der anderen Autos sind mit Sharons Auto wieder nach Cass (unserem Endpunkt) gefahren. Kompliziert, kompliziert!
Wir – das sind Sharon, Nick und ich – sind gegen 10.30 Uhr losgelaufen. Der Cass Lagoon Track zieht sich von Cora Lynn an der Bealey Hut vorbei entlang der Nordflanke des Mt Bruce, bevor er nach Süden in Richtung Cass Lagoon abknickt. Cass Lagoon ist ein kleiner See – oder ein größerer Tümpel – dessen Farbe absolut nichts mit dem zu tun hat, was unsereiner sich von einer Lagune vorstellt.
Von der Nordflanke des Mt Bruce hatten wir einen grandiosen Blick über das Waimak-Tal. Das war auch das einzige Mal an beiden Tagen, an denen man auch gespürt hat, dass die Sonne wirklich da war. Allerdings hatte Nick seine Probleme voranzukommen. Um eine Beschreibung seiner körperlichen Ausmaße zu umgehen, sage ich einmal, dass er mit dem ersten „Anstieg“ von 700m üNN auf 1100m völlig überfordert war. Sharon und ich haben ca. alle 15 Minuten gewartet bis er wieder hinter dem letzten Hügel aufgetaucht war. Die Nordflanke des Mt Bruce kann man als großes Feuchtgebiet mit vielen kleinen Rinnsalen und Bächen beschreiben. Dementsprechend habe ich es irgendwann aufgegeben, meine Wanderschuhe vor Matsch und Dreck zu schützen – dank eines Matschlochs, das aus der Ferne eigentlich gar nicht so tief aussah, wie es dann aber doch war (als ich munter reingestiefelt bin). Wenigstens wusste ich dann, dass meine Schuhe wasserdicht sind
Auf der Hälfte der Strecke zur ersten Hütte (Lagoon Saddle A Frame Hut) haben Sharon und ich entschieden, bis zur Hütte weiterzulaufen und dort auf ihn zu warten, weil es langsam zu regnen begann. Nach mindesten 2,5 Stunden (für die Strecke sind eigentlich nur 1,5 Stunden vorgesehen) sind wir dann dort angekommen und haben uns in der Hütte gestärkt und zum Zeitvertreib das teilweise sehr amüsante Hüttengästebuch angesehen. Nach einer guten halben Stunde kam dann auch Nick, der schon am Ende seiner Kräfte zu sein schien. Wir haben beide gewartet, bis er sich gestärkt hatte und sind dann wieder zu dritt in normalem Tempo aufgebrochen. Nach kurzer Zeit war Nick aber dann schon wieder außer Sicht-, Ruf- und Hörweite. Weil der Nieselregen noch nicht aufgehört hat, haben wir uns entschlossen, nicht alle paar Meter zu warten, sondern sind bis zur nächsten Hütte, der West Harper Hut am Harper River, weitergelaufen. Der Track führte die meiste Zeit durch dichten Beech Forest, so dass der Regen nicht so viel ausgemacht hat, wir aber auch nicht viel von der Umgebung sehen konnten.
Als wir dort nach guten drei Stunden gegen 17.00 Uhr ankamen, hörte der Regen dann endlich auch mal auf – wenigstens für kurze Zeit. Laut der Beschilderung sollte es noch einmal 2-3 Stunden dauern, um zur Hamilton Hut, unsere geplanten Übernachtungshütte zu gelangen. Weil es mit Warten auf Nick und zusammen Losgehen bei unserer Ankunft an der Hamilton Hut mit Sicherheit schon dunkel gewesen wäre und damit das Kochen des Abendessens auch ziemlich schwierig gewesen wäre, haben wir uns schon beinahe entschieden in der laut Hüttengästebuch bei Mäusen äußerst beliebten West Harper Hut zu nächtigen. Das wäre schon ziemlich urig gewesen (siehe Bilder). Übrigens, die Hütte hatte keinen Boden
Zum Glück – für Sharon und mich – kam die Tagesgruppe nach kurzer Zeit an der Hütte vorbei. Bei dieser Gruppe war auch Brian, der Präsident des CUTC, dabei. Ihm haben wir dann unsere Situation erklärt und er meinte, dass jeder, der auf einen Trip mitgeht, in gewissem Maße für sich selbst verantwortlich ist und vorher entscheiden sollte, ob es die eigene körperliche Fitness zulässt, einen mehrtätigen Trip zu machen. Mauricio, mit dem ich schon auf Mt Aicken war, erzählte dann auch noch, dass Nick derjenige war, der auf seinem ersten Trip als Tripleader (Mt Oxford), der für drei Stunden vermisst war. Er war der einzige Kiwi unter lauter internationalen Studenten! Brian hat uns dann empfohlen weiterzugehen, weil die Hamilton wesentlich komfortabler und angenehmer für eine Übernachtung sei. Ich habe von Mauricio noch ein Feuerzeug bekommen, weil Nick unseres hatte. Wir haben dann nur noch auf gehofft, dass es in der Hütte einen Topf gibt, weil diese Dinge auf bei Nick im Rucksack waren. Dann haben wir unsere Sachen wieder eingepackt und sind weiter gewandert. Kurz vor unserem Tagesziel waren in der Wanderkarte zwei Brücken eingezeichnet: eine Swingbrigde und ein Walkwire. Die Swingbridge – eine Hängebrücke aus Drahtgeflecht rechts, links und unten – war ziemlich cool! Weil die das maximale Traggewicht einer Person betrug, sind Sharon und ich nacheinander über den Fluss gegangen. Beim Hinübergehen schwang die Brücke dann auch schön mit. Das Walkwire entpuppte sich gut zehn Minuten später als ein Drahtseil zum Darüberlaufen, das über einen tieferen und reißenderen Gebirgsbach als die bisherigen führte. Das Drahtseil war an zwei Bäumen ungefähr auf Brusthöhe angebracht. Glücklicherweise waren rechts und links neben dem dicken Drahtseil noch zwei weitere Drahtseile in Greifhöhe gespannt, an denen man sich gut festhalten konnte. Jetzt hieß es mit schwerem Rucksack irgendwie auf das wackelige Seil zu kommen. Als das geschafft war, ging der Balanceakt über den reißenden Fluten los
Das war einfacher, als ich dachte. Schwieriger war allerdings am Ende des Seils wieder auf den Boden zu kommen. Springen konnte man nicht, weil rechts und links die Halteseite im Weg waren. Ich habe mich dann bis zum Ende des Seils gehangelt habe mich mit Rucksack durch eine Baumgabel gezwängt.
Nach ziemlich genau drei Stunden haben wir noch bei Tageslicht die Hamilton Hut erreicht. Wie sich bald herausstellte, war die Hamilton Hut DIE Luxushütte für den gemeinen Tramper. Die Hütte liegt am Rande des Harper River auf einer erhöhten Bank. Insgesamt hat sie 22 Schlafplätze. Im Inneren gibt es zwei Haupträume, in denen gekocht, gegessen und geschlafen werden kann. Die bis zu dreistöckigen Bunks (=Betten) haben sogar Matratzen. Doch die Küche barg den eigentlichen Luxus. Sie war mit diversen Töpfen sowie einer beschichteten Pfanne ausgestattet! Ich hatte mir im Gearlocker einen Gaskocher ausgeliehen und Gas gekauft. Zudem hatte ich auch noch Fertignudeln eingepackt. Sharon hatte ein gut unterarmlanges Stück Rindfleisch dabei. Zur Vorspeise gab es dann meine Nudeln und als Hauptgang hat Sharon ihr Fleisch (das Rindfleisch!) kleingeschnitten und mit einer Zwiebel und Gulaschsoße gekocht. Das war die richtige Portion Fleisch für den Friiitz!!!
Während wir gegessen haben, sind zwei Jäger (Hobbyjäger?) bei der Hütte angekommen und haben sich auf der Terrasse ausgebreitet. Nach dem leckeren Abendessen haben sich unsere zwei Mitbewohner (ein Ami und eine Neuseeländerin) wieder mit Kerzen in ihre Bücher vertieft. Draußen war es schon stockdunkel und die Jäger haben mit ihren Kopflampen immer unter die Hütte geleuchtet. Einer von ihnen ist zu uns reingekommen und hat gesagt, dass wir ein neues Haustier unter der Hütte haben: ein Opossum. Nachdem ich Sharon erzählt habe, dass ich noch nie eines (zumindest lebendig und nicht tot und zermatscht auf der Straße, wie sie Neuseeländer lieber sehen) gesehen habe, sind wir nach draußen auf den überdachten Balkon gegangen. Die konnten auch nicht glauben, dass ich noch nie eines gesehen habe. Mittlerweile saß das Opossum in einem der Beech Trees am Waldrand ungefähr auf Augenhöhe eines Erwachsenen. Für alle die, wie ich bis vor ein paar Tagen, noch nie ein Opossum gesehen haben, kann man sagen, dass es von der generellen Form wie ein Waschbär und vom Kopf wie ein Koala aussieht. Eigentlich sind die Viecher ja ganz nett anzusehen. Aber sie fressen anscheinend die Bäume kaputt und wenn sie Lust haben auch Eier von Vögeln oder ähnliches. Bei Trampern sind die nachtaktiven Opossums auch deshalb ziemlich unbeliebt, weil sie, besonders wenn man in Zelten nächtigt, nachts gerne umherstreunen und nach allem möglichen Essbaren suchen und ihnen damit den wohlverdienten Schlaf rauben.
Wir saßen dann noch eine Weile mit den Jägern auf der Terrasse und haben uns unterhalten, während sie sich Abendessen gekocht haben. Als sie dann gegessen haben sind wir wieder rein und haben uns schlafen gelegt.
Als ich am nächsten Morgen (Sonntag) aufgewacht bin, habe ich gesehen, dass Nick im Bunk gegenüber liegt. Er ist irgendwann in der Nacht doch noch angekommen. Die Tagestramper, die ihn mit zurück genommen hätten, hat er nicht getroffen, weil der Track teilweise im Flussbett Harper River verlief und er den „Ausstieg“ verpasst hat und demnach fast die ganze Zeit bis zur Hütte mehr oder weniger das Flussbett entlang gelaufen ist.
Zum Frühstück haben wir uns warme Milch (warmes Wasser mit Milchpulver) und Müsli gemacht. Ich hatte aus Julie’s letztem Paket gutes Kabapulver dabei, das mir mit der Milch die notwendige Morgenstärkung verschafft hat! Danach haben Sharon und ich unsere Sachen gepackt und uns für den Aufbruch bereit gemacht. Nick hingegen hatte es wohl nicht so eilig und hat sich gemütlich Kaffee gemacht und war immer noch am Essen, als wir um 09.00 Uhr zum Gehen bereit waren. Wir sagten ihm dann, dass wir gerne zügig aufbrechen wollten, weil es gerade nicht regnete und weil wir am frühen Abend wieder in Chch zurück sein wollten. Er sagte, dass das in Ordnung sei und er sich beeile fertig zu werden. Nach einer halbe Stunde des Wartens draußen vor der Hütte, schlenderte er aus der Hütte und begann sich anzukleiden. Zwischendurch schob er sich noch das Dessert seines Frühstücks in den Mund. Uns wurde das dann zu viel. Wir haben ihm Bescheid gegeben, dass wir aufbrechen und sind losgegangen.
Der Track folgte eine Weile in nordöstlicher Richtung dem weiten Flussbett des Hamilton Creek entlang, bevor er nach Süden hin ein Stück weit die Craigieburn Range hinauf auf den Cass Saddle (1330m) führte.
Der Anstieg vom Flussbett auf gut 900m üNN auf den Cass Saddle war ziemlich anstrengend. Das lag vor allem daran, dass die 400 Höhenmeter ziemlich steil nach oben führten. Oben angekommen hätte man bei schönem Wetter einen grandiosen Ausblick auf die umliegende Bergwelt gehabt. Leider hingen die Wolken sehr tief und es regnete. Damit wäre die Belohnung für den steilen Aufstieg beinahe buchstäblich ins Wasser gefallen. Aber eben nur fast… Der Track folgte jetzt ganz leicht bergab einem Hochtal, das dicht mit Tussock bewachsen war. Das Gras war vollkommen nass und hing halb auf den schmalen Pfad. Trotz der Gaiters, lief mir das Wasser, das ich mit meinem Bein beim Laufen vom gras abstreifte, nach gut einem Drittel des Wegs von oben in meine Schuhe. Irgendwann war mein rechter Schuh mit Wasser gefüllt. Entgegen meiner Erwartung, dass ich dann sehr frieren würde, hat sich das Wasser wie in einem Neoprenanzug beim Laufen erwärmt, so dass mir nicht kalt wurde. Sharon ist auf dem Cass Saddle voran gegangen. Auf einmal flogen vor ihr aus dem dichten Gras vier große Vögel hoch und setzten sich etwas abseits wieder. Sie war stehen geblieben und als ich dann zu ihr aufgeschlossen habe, hat sie mir gesagt, dass es Keas sind. Die Keas – das sind neuseeländische Papageien, die eigentlich sehr zutraulich sind und von Autos gerne die Türdichtungen herausreißen(!) – sind dann zu uns geflogen und haben sich direkt neben den Track gesetzt. Wenn sie sitzen sind sie ganz unscheinbar braun. Wenn man näher hinkommt, dann merkt man, dass sie leicht grünlich schimmern. Und nur wenn sie fliegen kommen ihre orangenen Federn zum Vorschein. Dieses Ereignis hat dann doch noch die fehlende Aussicht ersetzt und den Aufstieg belohnt.
Nach guten drei Stunden haben wir dann die Cass Saddle Hut, die noch älter als die West Harper Hut ist, aber immerhin einen Holzboden hat, erreicht. Dort haben wir unser restliches Essen – bis auf einen Schokokuchen im Joghurtbecher, den wir für den Schluss aufheben wollten – verzehrt. Wir haben entschieden nicht in der Hütte auf Nick zu warten, sondern weiter in Richtung Auto zu gehen. Nick haben wir im Gästebuch der Hütte die Nachricht hinterlassen, dass wir gegen 16.00 Uhr am Parkplatz sein werden und dann noch kurz warten, dann aber nach Christchurch zurückfahren. Diesen Fall hatten wir allerdings schon in der Hamilton Hut angesprochen und er meinte, dass das kein Problem für ihn sei, weil er ja ein Zelt und genug zu essen dabei hätte. Außerdem könne er ja auch noch nach Hause trampen (im Deutschen Sinne, also stoppen).
Von der Cass Saddle Hut führte der Track zuerst hinunter zum Cass River und dann die gesamte Zeit bis zum Ende an diesem entlang. Nach gut der Hälfte des letzten Teils der Wegstrecke endete der markierte Track im Flussbett des Cass River. Von dort aus hieß es einfach nur noch dem Gebirgsbach stromabwärts zu folgen. Dort wurden wir dann auch richtig nass, weil wir den Bach dreimal bis knietief (= höher als die Gaiters reichen) überqueren mussten.
Gegen Ende führte der Track aus dem wasserführenden Bereich des Flussbetts in einen stärker bewachsenen Teil. Dort mündete er in einen Feldweg, auf dem allerdings ein Schild stand, das Wanderern sagte, sie sollten weiter dem Fluss folgen, weil es ein Privat weg sei. Wir hatten aber genug vom Fluss und sind zwischen Weg und Fluss auf einer Weide weitergegangen (gelber Weg in der Karte). Diese mündete dann in einem Gatter, hinter dem ein weiterer Weg führte. Ein Schild auf diesem betitelte ihn als „Hirsch-Farm Rundweg“. Dem sind wir weiter gefolgt, in der Hoffnung schlau zu sein und eine Abkürzung zu laufen. Der Weg mündete in der Grasmere, einer Häuseransammlung eines ehemaligen Dorfes, das jetzt aber eine Luxus-Hotelanlage ist. Am Swimmingpool mit offenem Kaminofen (ich denke mal, dass man dafür den blauen Schlüssel braucht, den wir leider nicht hatten) vorbei, haben wir uns dann durch die Anlage geschlichen, um unbemerkt rauszukommen. Außer zwei Hunden sind wir auch niemandem aufgefallen. Aus der Anlage führte eine Straße hinaus zum Highway 73, der wir folgten. Am Highway mussten wir diesem dann noch gute 3km folgen, um zum eigentlichen Parkplatz zu kommen. Wir haben einen kleinen Moment überlegt uns per Anhalter hinfahren zu lassen, es dann aber wieder verworfen, weil wir das kurze Stück auch noch schaffen konnten.
Am Parkplatz mussten wir dann zuerst den Schlüssel von Sharons Auto ausgraben, den Brian unter das rechte Vorderrad geschoben hat. Im Auto – einem älteren Honda City (das kleinste fahrtüchtige Auto, in dem ich bisher gesessen habe) – haben wir uns dann noch den Schokokuchen genehmigt und sind gegen 16.15 Uhr losgefahren – ohne Nick. Diese Situation war uns ziemlich unangenehm und wir haben versucht Brian auf seinem Handy zu erreichen. Dazu mussten wir aber erst gute 90 Kilometer fahren, um wieder Handyempfang zu haben. Dann haben wir aber leider keinen gefunden, der Brians Nummer auf Anhieb hatte. Wir haben dann beschlossen, dass Sharon zu Hause eine E-Mail an BaseContact – die Tripplattform des CUTC – schreibt und die Situation schildert.
Wir sind, wie geplant, am frühen Abend wieder gut in Chch angekommen.
P.S.: Ich hatte mir am Freitag zuvor von meinem Geburtstagsgeld von Oma und Opa ein Camelback Hydration Pack gekauft. Das hat das trampen schon ungemein erleichtert. Statt zum Trinken immer den Rucksack absetzen zu müssen, konnte man einfach einen Schluck über den Schlauch, der mit dem Wasserreservoir im Rucksack verbunden ist, nehmen.
P.S.S.: In der gestrigen CUTC-Versammlung habe ich erfahren, dass Nick Sonntagnacht nach Chch zurückgekommen ist. Er erreichte den Trampingparkplatz, fand aber dann wohl niemanden, der ihn im Auto mitnahm, weil es schon dunkel war. Dann rief er seine Mutter an, die einen Radiosender angerufen hatte und ihn gebeten hat durchzusagen, dass am Highway 73 jemand steht, der gerne mitgenommen werden möchte. Schließlich ist er über drei Stationen nach Chch gelangt.
Allerdings hat BaseContact auch die Polizei und Search&Rescue alarmiert, die wiederum Brian und auch Sharon, die BaseContact informiert hatte, kontaktiert und dort für Aufregung gesorgt.
Nachdem der gute Junge nun schon zum zweiten Mal Probleme bereitet hatte, wird bei den nächsten Tramps sehr genau darauf geachtet, ob er mitgeht und wenn ja zu welchen.
Nach diesem Happy End und vier langen Seiten Text (in Word) gibt’s jetzt die Bilder.
Am vergangenen Wochenende habe ich wieder eine Tageswanderung mit dem CUTC, dem Trampingclub der Uni, gemacht. Mit gut 30 Leuten sind wir am Samstagmorgen um 08.00 Uhr zum Mt Oxford aufgebrochen. Der 1364m hohe Berg liegt eine gute Autostunde nordwestlich von Christchurch.
Weil unsere Gruppe aus einem Konvoi von sieben PKW bestand, haben wir im Dorf Mt Oxford gewartet, bis alle Autos eingetroffen sind, um geschlossen zum Wanderparkplatz zu fahren. Auf dem Weg dorthin haben wir gut 20 km vor dem Halt einen Geländewagen mit einem leeren Anhänger überholt. Oha, sehr spektakulär! Warum schreibe ich das? Als wir auf die anderen gewartet haben, fuhr ebendieser Geländewagen mit Anhänger an uns vorbei. Allerdings war der Hänger nicht mehr leer. Auf diesem lag auf einem weißen Leintuch (o.ä.) ein frisch geschlachtetes, vollständig enthäutetes Tier (von der Größe her könnte es ein größeres Kalb gewesen sein)! Das mag jetzt vielleicht etwas seltsam klingen, wir fanden die Situation jedenfalls lustig
Gegen halb zehn sind wir dann vom Wanderparkplatz (ca. 340m üNN) Richtung Gipfel aufgebrochen. Der Himmel war zu Beginn leicht bewölkt und es war angenehm warm.
Zuerst führte uns ein breiter Feldweg über eine Brücke über den Coopers Stream. Danach ging es weiter durch Gras- und Buschland und an vielen Bienenkästen vorbei. Am Payton Lodge Scout Camp (siehe Wanderkarte), das gerade von vielen Kindern bewohnt war, bogen wir nach links auf den Pfad ab, der zum Gipfel führte. Zuerst ging es durch den typischen Beech Forest (Birkenwald) angenehm bergauf. Im aufkommenden Wind, der aber im Wald (noch) nicht zu spüren war, knackten die sich bewegenden Bäume. Nach dem Wald führte der Pfad durch hohe Büsche. Als die Vegetation in Tussock überging und man die Südflanke des Mt Oxford einsehen konnte, bekamen wir auch den Wind zu spüren. Je weiter wir auf dem offenen Hang nach oben gingen, desto mehr hatten wir mit dem heftigen Ostwind zu kämpfen, für den wir die einzige Angriffsfläche boten. Teilweise waren die Böen so stark, dass man in Windrichtung die Augen nicht mehr aufmachen konnte und sich richtig gegen den Wind lehnen konnte.
Nach 2,5 Stunden Aufstieg sind wir mittags auf dem Gipfel angekommen – das Wegschild am Parkplatz hatte vier Stunden eingeplant! Der Wind hat oben etwas nachgelassen und wir haben uns hinter einem Steinwall pausiert und unseren Proviant verzehrt. Die Pause habe ich natürlich auch wieder genutzt, um ein paar (Panorama-)Bilder zu machen.
Vom Gipfel gab es zwei Möglichkeiten für den Rückweg. Die eine Route ging geradewegs auf dem gleichen Weg wieder nach unten zum Parkplatz. Die andere führte in einem großen Bogen Richtung Südosten über einen Kamm und noch mehr Wald zurück. Die erste Option war mir ein bisschen zu langweilig. Weil sich im Südosten dunkle Wolken zusammengebraut haben, sind alle, die sich für den längeren Rückweg entschieden haben, bald wieder aufgebrochen. Der sich ankündigende Regen blieb bis auf ein paar Tropfen zum Glück aber auf dem gesamten Rückweg aus.
Auf dem Kamm ging es bis auf gut 1000m ganz behutsam abwärts. Danach folgte ein steileres Stück im Wald, das aber nicht vergleichbar mit dem Mt Aicken-Trip ist. An der ersten Wegkreuzung nach längerer Zeit gab es wieder zwei Routenoptionen. Zum einen konnte man dem Weg weiter folgen und in gut 2 Stunden den Parkplatz erreichen. Die andere Möglichkeit war, einen Abstecher zu den Ryde Falls zu machen, der ca. 1 Stunde für je Hin- und Rückweg in Anspruch nehmen sollte (laut Beschilderung).
Ich habe mich für den Wasserfall entschieden, weil ich den schon ganz gerne sehen wollte. Die Gruppe hat sich darauf wieder geteilt und wir sind ca. zu zehnt in Richtung Wasserfall aufgebrochen. Den haben wir dann auch in 40 Minuten erreicht. Wie ihr auf den Bildern sehen könnt, hat sich der Abstecher auch gelohnt. Zwar konnte man die erste Stufe gar nicht und die zweite Stufe nur sehr schwer erreichen, aber die Umgebung im feuchten, in allen Grüntönen leuchtenden Farnwald war sehr schön anzusehen.
Auf dem Rückweg haben wir uns leider – aufgrund der Kartenlesefähigkeit unseres Tripleaders – einen Umweg eingebrockt (das stellte sich aber erst am Ende heraus). Anstatt den Weg, der von den Ryde Falls zurück zum Coopers Creek führt, zu nehmen, sind wir wieder die ganze Strecke zurück zur ersten Kreuzung gelaufen und von dort aus dann in Richtung Parkplatz.
Als wir – wie geplant – oberhalb der Payton Lodge aus dem Wald herauskamen, haben wir wohl eine Wegkreuzung übersehen und sind dem Pfad weiter nach rechts gefolgt. Dieser endete jedoch im Busch und am Ufer eines trockenen Arms des Coopers Creek. Da wir wussten, in welche Richtung wir weitergehen mussten, sind wir einfach dem Flussbett flussabwärts gefolgt und haben nach einer geeigneten Stelle gesucht, um ihn zu überqueren. Ich habe dann eine Stelle gefunden, die schmal genug erschien, um darüber zu springen. Gedacht, gesagt und getan… und nicht weit genug gesprungen. Wenigstens weiß ich jetzt, dass meine Wanderschuhe wasserdicht sind
Weil es mittlerweile richtig sonnig war, ist meine Hose auch auf dem letzten kurzen Stück zum Parkplatz schnell wieder trocken gewesen.
Als wir sicher waren, dass alle wieder am Parkplatz eingetroffen sind, haben wir uns wieder auf den Rückweg zum UCSA-Parkplatz an der Uni gemacht, den wir gegen 19.00 Uhr erreicht haben.
Und jetzt, wie immer, die Bilder. Viel Spaß beim Durchklicken!
Passend zum heutigen Test im Fach „International Business and Foreign Environments for Enterprise“, bei dem es unter anderem auch um das Thema „Globalisierung“ und deren Auswirkungen ging, ist mir ein kleines Ereignis in Erinnerung gekommen, das ich letzte Woche beim Einkaufen erlebt habe. Und es hat mich fast umgehauen!
Ich bin mal wieder zum Countdown (so heißt der Supermarkt hier um die Ecke) gelaufen, um mein Kühlschrankfach aufzufüllen. Am Anfang des Geschäfts gibt es links die alkoholischen Getränke und davon gegenüber zuerst die Früchte und dann das Gemüse.
Weil die neuseeländischen Birnen, die es beim Einkaufen zuvor schon im Angebot gab, so lecker geschmeckt haben, habe ich mir gleich noch einmal welche eingepackt. Auf dem Weg zu den Kartoffeln, bin ich an den Kiwis vorbeigekommen. Als ich etwas genauer hinsah, traf mich fast der Schlag!
Da fliegst du über 20.000 km in das Land der Kiwis und dann kannst du im ganzen Laden nur welche kaufen, die aus ITALIEN!!! kommen. Ich finde es ja schon ziemlich pervers, dass man Nordseekrabben zum puhlen nach Marokko transportiert, um sie dann gepuhlt auf dem Hamburger Fischmarkt zu verkaufen, aber DAS ist dann noch mal eine ganz andere Dimension.
Die Kiwis sind nicht nur reich an Vitamin C sondern noch viel reicher an Kerosin und vollkommener Sinnfreiheit dank Globalisierung.